Immer mehr Winzer konzentrieren sich auf alkoholfreie Weine - Alkoholfreier Wein erobert Deutschlands Weinkultur im Sturm
Alkoholfreier Wein liegt in Deutschland im Trend Der Absatz von alkoholfreiem Wein steigt in Deutschland kräftig an. Im vergangenen Jahr kletterten die Verkäufe um 25 Prozent, während immer mehr Weingüter alkoholfreie Alternativen anbieten. Der Trend spiegelt eine breitere Nachfrage nach leichteren Getränken wider – sowohl im privaten Umfeld als auch auf großen Veranstaltungen wie der ProWein in Düsseldorf.
Die deutsche Weinbranche bewirtschaftet rund 100.000 Hektar Rebfläche, vor allem in Rheinland-Pfalz. Zwar dominiert nach wie vor der klassische Wein, doch entfallen auf alkoholfreie Varianten mittlerweile etwa zwei Prozent der Branchenumsätze. Diese Weine enthalten höchstens 0,5 Prozent Alkohol – deutlich weniger als die üblichen 10 bis 13 Prozent bei herkömmlichen Weinen.
Das Deutsche Weininstitut (DWI) führt den Verkaufsanstieg auf verbesserte Qualität und ein größeres Angebot zurück. 2023 hatte bereits jedes dritte deutsche Weingut alkoholfreien Wein im Sortiment. Auch im Privatkonsum stieg die Nachfrage: 44 Prozent mehr Haushalte griffen im Vergleich zum Vorjahr zu alkoholfreien Alternativen.
Der Wandel ist Teil eines globalen Trends. In den letzten fünf Jahren verzeichneten die USA, Großbritannien und Australien starke Zuwächse bei alkoholfreiem Wein. Allein in den USA stieg der Umsatz von 50 Millionen Dollar im Jahr 2021 auf voraussichtlich über 150 Millionen Dollar bis 2025. Auch in anderen europäischen Märkten außerhalb Deutschlands legten die Absatzzahlen jährlich um 10 bis 20 Prozent zu.
Unterdessen präsentiert die ProWein in Düsseldorf die neuesten Entwicklungen der Branche. Die Messe, die Zehntausende Besucher erwartet, unterstreicht die wachsende Nachfrage nach leichteren, alkoholarmen Weinen.
Der Boom alkoholfreier Weine gewinnt in Deutschland und international an Fahrt. Da immer mehr Hersteller ihr Angebot erweitern, dürfte der Markt weiter wachsen. Noch macht der Segmentanteil nur einen kleinen – wenn auch rasant expandierenden – Teil der 12-Milliarden-Euro-Weinwirtschaft aus.