Altersarmut droht: Warum Millionen Vollzeitkräfte trotz Job nicht genug für die Rente verdienen
Wenke KranzAltersarmut droht: Warum Millionen Vollzeitkräfte trotz Job nicht genug für die Rente verdienen
Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland müssen im Alter mit Armutsrisiko rechnen. Neue Zahlen zeigen, dass 9,2 Millionen Arbeitnehmer weniger als 3.500 Euro im Monat verdienen – weit unter dem Betrag, der für eine sichere Rente nötig ist. Zudem klaffen die regionalen und geschlechtsspezifischen Unterschiede immer weiter auseinander, sodass viele später finanziell gefährdet sind.
Ein Bruttomonatsgehalt von etwa 3.300 Euro gilt als Mindestbetrag, um Altersarmut zu vermeiden. Das entspricht rund 20 Euro pro Stunde. Doch 2023 lag das durchschnittliche Gehalt von Vollzeitkräften bei etwa 4.550 Euro im Monat – ein Wert, der tiefe Ungleichheiten verschleiert. In Ostdeutschland verdienen 60 Prozent der Beschäftigten weniger als 3.500 Euro, in Hamburg sind es nur 15 Prozent.
Besonders prekär ist die Lage für Frauen: Ihre Rentenansprüche liegen 31,4 Prozent unter denen der Männer. Rund 4,6 Millionen Vollzeitkräfte kommen auf weniger als 2.750 Euro monatlich und rutschen damit näher an die Armutsgrenze. Wer bereits darunter liegt, hatte 2024 nur noch 914 Euro zur Verfügung – 2020 waren es immerhin 981 Euro.
Die gesetzliche Rente deckt bei Über-65-Jährigen mittlerweile nur noch 53 Prozent des Bruttoeinkommens ab. Viele sind daher auf private Rücklagen oder Zusatzjobs angewiesen. Ab 2026 wird die Verdienstgrenze für Minijobs angehoben, was Rentnern den Zuverdienst erleichtern soll. Experten raten zudem, Rentenbescheide frühzeitig zu prüfen, um besser vorzusorgen.
Da die gesetzliche Rente kaum noch die Hälfte des früheren Einkommens abfedert, werden private Vorsorgemaßnahmen immer wichtiger. Steigende Lebenshaltungskosten und stagnierende Löhne verschärfen die Problematik – wer nicht gegensteuert, droht im Alter in finanzielle Not zu geraten. Die Anpassung der Minijob-Regeln bringt zwar etwas Entlastung, doch langfristige Finanzplanung bleibt entscheidend.






