Amos Oz' Zwischen Freunden wird in Bergisch Gladbach mit Musik lebendig
Nikolaus SchleichAmos Oz' Zwischen Freunden wird in Bergisch Gladbach mit Musik lebendig
Ein literarischer Abend in Bergisch Gladbach lässt Amos Oz’ Zwischen Freunden am 13. Mai lebendig werden
Die vom Katholischen Bildungswerk und dem Verein Ganey Tikva organisierte Veranstaltung widmet sich den Herausforderungen der frühen Kibbuz-Gemeinschaften Israels. Durch Lesungen und Musik tauchen die Besucher in die Welt des kollektiven Lebens der späten 1950er-Jahre ein.
Kibbuzim entstanden in Israel bereits vor der Staatsgründung mit dem Ziel, eine egalitäre Gesellschaft aufzubauen. Die Mitglieder teilten Ressourcen, trafen Entscheidungen gemeinsam und lebten in Gemeinschaft. Doch wie Amos Oz’ Buch zeigt, stieß der Traum auf Widerstände – denn die menschliche Natur sträubt sich gegen ständige gruppenbedingte Kontrolle.
Im Mittelpunkt des Abends steht Heinz Haun, der Ausschnitte aus Zwischen Freunden vorträgt, begleitet von Arne Meinhardt am Akkordeon und Anaïs am Cello. Eine der Geschichten, Esperanto, erzählt von Martin, einem Schuhmacher, der an seinem Traum festhält, eine Esperanto-Gruppe zu gründen – ein kleines, aber bezeichnendes Beispiel für individuelle Sehnsüchte innerhalb des Kollektivs.
Die Veranstaltung findet am 13. Mai um 19:00 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses statt – passend zu einem historischen Datum: Am 14. Mai 1948 hatte David Ben-Gurion die Gründung Israels verkündet. Diese zeitliche Nähe verleiht der Auseinandersetzung mit den Kibbuz-Idealen und ihrem späteren Niedergang zusätzliche Bedeutung.
Der literarische Abend lädt dazu ein, über das Kibbuz-Experiment nachzudenken – seine Visionen, seine Konflikte und sein Erbe. Durch die Verbindung von Oz’ Erzählkunst mit Live-Musik wird die Spannung zwischen kollektiven Idealen und persönlichen Bedürfnissen greifbar. Karten und weitere Informationen gibt es bei den Veranstaltern.






