Böhmermanns provokante Kunstschau fordert Berlin mit Irrationalität heraus
Wenke KranzBöhmermanns provokante Kunstschau fordert Berlin mit Irrationalität heraus
Eine provokante neue Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) eröffnet
Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" präsentiert die Schau eine Mischung aus Satire, Politik und interaktiver Kunst – kuratiert vom TV-Moderator Jan Böhmermann. Die Besucher erwarten ungewöhnliche Exponate, darunter eine halb versunkene aufblasbare Freiheitsstatue und eine lebensgroße Butterbüste von Helmut Kohl.
Böhmermann, lässig gekleidet, begrüßte die Gäste persönlich zur Eröffnung. Die Ausstellung knüpft an Themen seiner späten ZDF-Sendung an, in der er regelmäßig Persönlichkeiten wie Donald Trump auf die Schippe nimmt. Im Foyer sind skurrile Artefakte mit Bezug zu umstrittenen Figuren ausgestellt – von Trump-Haarkur über mit Kaninchen bestickte Handtücher aus dem Besitz René Benkos bis hin zu sogenannten "Trophäen der Schurken".
Auf dem Dach ermöglicht eine Spiegel-Teleskop-Anlage den Blick auf Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Arbeit. Ein weiteres Highlight ist die Butterplastik des ehemaligen Kanzlers Kohl. Interaktive Elemente laden zum Mitmachen ein, doch Handyfotos sind streng verboten, um die Exponate vor Dokumentation zu schützen.
Kontroversen gab es bereits im Vorfeld, als geplante Konzerte mit dem Rapper Chefket abgesagt wurden. In der Folge verschärften deutsche Kultureinrichtungen wie die Berliner Philharmonie und die Ruhrfestspiele ihre Prüfverfahren für Künstler mit polarisierenden Texten. Mehrere ähnliche Kooperationen wurden daraufhin gestrichen oder überarbeitet.
Böhmermann argumentiert, Irrationalität sei nicht per se negativ – im Gegenteil: Sie könne neue Lösungsansätze für moderne Probleme bieten. Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Oktober und wurde von Böhmermann sowie seinem Kollektiv, der "Royal Group", gestaltet.
Mit Witz und Gesellschaftskritik fordert "Die Möglichkeit der Irrationalität" die Besucher auf, Macht, Politik und Wahrnehmung neu zu denken. Durch ihr provokantes Konzept hat die Schau bereits Einfluss darauf genommen, wie Kulturinstitutionen mit umstrittenen Künstlern umgehen. Die strikte Handyverbots-Politik des HKW sorgt dafür, dass das Erlebnis undokumentiert bleibt – und damit einzigartig persönlich.






