David Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom Rebellen der modernen Kunst
Irena RohtDavid Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom Rebellen der modernen Kunst
David Hockney, eine prägende Figur der modernen Kunst, ist im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Sein Werk – oft verspielt, doch von tiefer Wirkung – veränderte die zeitgenössische Malerei und stellte Traditionen infrage.
Schon früh hinterließ er in der Kunstwelt seine Spuren. Mit nur 23 Jahren füllte er sein Atelier mit Ausschnitten halb entkleideter Männer aus amerikanischen Bodybuilding-Magazinen. Sein Talent und seine Unerschrockenheit machten ihn bald zu seinem eigenen enthusiastischsten Förderer.
Mit 33 erreichte er einen seltenen Meilenstein: seine erste Retrospektive. Seine Kunst entzog sich einfachen Kategorisierungen, bewegte sich mühelos zwischen Stilen und Genres. 1967 schuf er sein berühmtestes Werk, „A Bigger Splash“, und hielt mit Acryl einen Moment lebhafter Stille fest.
Hockney sah seine Fähigkeiten als mehr denn bloße Technik. Er nutzte sie, um zu unterhalten, zu provozieren und das Establishment zu verunsichern. Er erforschte auch unkonventionelle Ideen – überzeugt davon, in den Initialen Walt Whitmans numerische Codes entdeckt zu haben. Von seiner Position an der Spitze der westlichen Kunst aus betrachtete er die europäischen Traditionen mit kühler, distanzierter Gelassenheit.
Sein Tod markiert das Ende einer Karriere, die mit jugendlichem Experimentieren begann und zu bleibendem Einfluss heranwuchs. Die Kunstwelt wird ihn in Erinnerung behalten: für seinen Glanz, seinen Widerspruchsgeist und seine Fähigkeit, Kreativität in eine Form des Aufbegehrens zu verwandeln.
