27 June 2026, 14:24

Dieter Nuhrs Femizid-Witze lösen Empörung und Debatte über Satire-Grenzen aus

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs Femizid-Witze lösen Empörung und Debatte über Satire-Grenzen aus

Der Komiker Dieter Nuhr sieht sich mit massiver Kritik für seine Witze in seiner jüngsten ARD-Sendung konfrontiert. Seine Äußerungen über Frauen und Femizide haben eine Welle der Empörung ausgelöst. Viele werfen ihm vor, mit seinem Humor schädliche Klischees zu verstärken und es an Tiefe fehlen zu lassen.

In der Show „witzelte“ Nuhr etwa, Parkplätze seien „strukturell zu klein“ für Frauen. Seine Nummern bedienen sich häufig Frauen als Pointe, was ihm den Vorwurf des Frauenhasses einbringt. Kritiker monieren, seine Comedy sei weder geistreich noch subtil, sondern bediene sich platter Vorurteile.

Nuhr behauptete zudem, es gebe kein systemisches Problem mit der Tötung von Frauen, und bezeichnete Femizide als selten. Er schlug vor, Frauen sollten ihre Partner vor dem Sex besser kennenlernen, um nicht ermordet zu werden – und schob damit die Schuld den Opfern zu. Tatsächlich sind Femizide jedoch meist das Ergebnis einer langen Eskalation von Gewalt durch aktuelle oder ehemalige Partner, nicht durch Fremde.

Der Rundfunksender rbb erkannte die Kritik an, verteidigte Nuhrs Auftritt jedoch mit dem Verweis auf künstlerische und satirische Freiheit. Öffentlich-rechtliche Sender stehen bereits länger in der Kritik, solch fragwürdiger „Satire“ eine Bühne zu bieten.

Nuhrs Witze werden weitläufig dafür verurteilt, Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen. Seine Aussagen ignorieren die Realität, dass die meisten Femizide von Partnern verübt werden. Die Debatte zeigt einmal mehr, wie sehr die Verharmlosung von Frauenfeindlichkeit in den Medien besorgniserregend normalisiert wird.

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