Düsseldorf stoppt Opern-Neubau und setzt auf Sanierung des historischen Gebäudes
Sven BinnerDüsseldorf stoppt Opern-Neubau und setzt auf Sanierung des historischen Gebäudes
Düsseldorf hat die Pläne für den Neubau eines Opernhauses wegen steigender finanzieller Belastungen aufgegeben. Stattdessen soll das historische Gebäude umfassend saniert werden. Die Entscheidung fällt nach Jahren der Planung und einem deutlichen Anstieg der geschätzten Kosten.
Ende 2021 hatte der Stadtrat noch das Projekt „Opernhaus der Zukunft“ mit ursprünglichen Kosten von 716 Millionen Euro bewilligt. Bis 2024 waren die Baukosten jedoch auf eine Milliarde Euro explodiert, und unter Einbeziehung der langfristigen Finanzierung wäre die Gesamtbelastung über 50 Jahre auf rund 1,8 Milliarden Euro gestiegen. Damals war eine Sanierung des bestehenden Nachkriegsbaus als nicht machbar verworfen worden.
Die Stadtverantwortlichen begründen die Kehrtwende nun mit „aktuellen Haushaltszwängen“. Düsseldorf steht vor wachsenden finanziellen Herausforderungen, unter anderem durch anstehende Investitionen in neue Schulen und eine Brücke. Aus Kreisen des Rates wird die sich verschärfende Haushaltslage bestätigt.
Trotz des Strategiewechsels wird der Spielbetrieb der Deutschen Oper am Rhein ohne Unterbrechung fortgesetzt. Die Mittel für die Sanierung müssen laut Angaben der Stadt innerhalb des bestehenden Budgets bleiben. Oberbürgermeister Stephan Keller nannte die Entscheidung, den Neubau zu stoppen, „alles andere als einfach“, aber unter den gegebenen Umständen unvermeidbar.
Die Sanierung soll das historische Opernhaus erhalten, ohne die hohen Kosten eines kompletten Neubaus zu verursachen. Nun muss die Stadt das Projekt mit anderen dringenden Infrastrukturvorhaben in Einklang bringen. Ein Zeitplan für die Sanierungsarbeiten steht bisher noch nicht fest.






