Düsseldorfs Rosenmontagszug 2025 provoziert mit politischer Satire gegen Putin und Trump
Irena RohtKarneval in Düsseldorf: Satire trifft Putin, Trump und Merz - Düsseldorfs Rosenmontagszug 2025 provoziert mit politischer Satire gegen Putin und Trump
Düsseldorfs Rosenmontagszug sorgt mit politischer Spitzenkarikatur erneut für Aufsehen am Rosenmontag 2025
Der traditionelle Rosenmontagszug in Düsseldorf hat in diesem Jahr wieder für Kontroversen gesorgt – mit schonungsloser politischer Satire, die sich gegen Weltpolitiker richtete. Gleich drei Wagen nahmen den russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Visier. Doch auch gesellschaftliche Themen wie Smartphone-Sucht oder die Lage in Afghanistan wurden auf die Schippe genommen.
Besonders provokant: Ein Motiv zeigte Putin am Steuer einer Drohne mit dem Logo der AfD. Ein weiterer Wagen karikierte ihn gemeinsam mit Donald Trump, wie beide Europa verschlingen. Ein dritter Bezug nahm auf die juristischen Probleme des Wagenbauers Jacques Tilly und zeigte Putin, der einen Karnevalsnarren aufspießt.
Doch nicht nur Russland stand im Fokus. Ein weiterer Wagen prangerte die Zerstörung der ukrainischen Heizungsinfrastruktur durch russische Angriffe an und unterstrich damit die klare Haltung des Zuges gegen den Krieg. Ein anderes Motiv zeigte Putin und Trump, wie sie die Ukraine gemeinsam zermalmen – ein Bild, das besonders in Moskau aufmerksam registriert wurde.
Während russische Behörden die Düsseldorfer Satire bisher weitgehend toleriert hatten, geht Moskau nun juristisch gegen Tilly vor. In Russland läuft ein Strafverfahren gegen den bekannten Wagenbauer, dem "Verleumdung" staatlicher Organe vorgeworfen wird. Die nächste Verhandlung ist für den 26. Februar angesetzt. Tilly ist seit Jahren für seine provokanten Entwürfe bekannt, darunter frühere Karikaturen Putins.
Doch der Zug setzte sich auch mit anderen globalen Themen auseinander. Unter dem Titel Miss Afghanistan wurde eine vollständig verschleierte, angekettete Kandidatin für das Jahr 2026 gezeigt – ein düsterer Ausblick auf die Zukunft des Landes. Eine dämonische Pappmaché-Figur von Jeffrey Epstein stand symbolisch für seinen anhaltend schlechten Ruf. Leichter, aber nicht weniger kritisch, präsentierte Kindheit heute zwei Kinder, die wie gebannt auf ihre Handys starren – ein Kommentar zur digitalen Abhängigkeit.
Donald Trump tauchte gleich zweimal auf: Einmal, wie er eine Liebe und Menschlichkeit-Figur niederschlägt, ein anderes Mal in einer christusähnlichen Pose mit ICE-Abzeichen. Mit seiner Mischung aus Humor und Gesellschaftskritik hat der Zug erneut die öffentliche Debatte befeuert.
Der Düsseldorfer Rosenmontagszug festigt damit seinen Ruf als unbestechlicher Spiegel politischer Satire. Angesichts der russischen juristischen Schritte gegen seinen Macher reicht seine Wirkung diesmal weit über die Straßen des Karnevals hinaus. Die Themen Ukraine, Afghanistan und digitale Kultur sorgen dafür, dass die Botschaften dieses Jahres noch lange nachhallen werden.






