G9-Rückkehr in NRW führt 2026 zu Abiturienten-Lücke mit Folgen für Ausbildungsmarkt
Nikolaus SchleichG9-Rückkehr in NRW führt 2026 zu Abiturienten-Lücke mit Folgen für Ausbildungsmarkt
Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium in Nordrhein-Westfalen führt 2026 zu Lücke bei Abiturienten
Die Rückkehr Nordrhein-Westfalens zum neunjährigen Gymnasium (G9) wird 2026 zu einem Engpass bei Schulabgängern mit Abitur führen. Dadurch werden in diesem Jahr keine Abiturienten auf den Arbeitsmarkt strömen – mit spürbaren Auswirkungen auf die Zahl der Ausbildungsplätze. Bereits jetzt kämpfen lokale Unternehmen damit, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen, während die Nachfrage nach Fachkräften weiter steigt.
Laut der IHK Mittlerer Niederrhein wurden bis Ende Oktober 3.538 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein Rückgang um 6,48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Entwicklung fällt regional unterschiedlich aus: Während Krefeld mit einem leichten Minus von 0,52 Prozent davonkam, verzeichnete Viersen einen Einbruch um 11,94 Prozent. In Krefeld wurden 964 neue Verträge registriert, in Viersen 612.
Hasan Klauser, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, betonte, dass der Ausbildungsmarkt weiterhin bewernerfreundlich sei – es gebe mehr Lehrstellen als Bewerber. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, warnte, dass Unternehmen, die auf Abiturienten als Auszubildende setzen, ab 2026 mit einem deutlichen Rückgang an Kandidaten rechnen müssten.
Besonders gefragt waren Ausbildungsberufe wie Kaufleute für Büromanagement, Produktionsfachkräfte Chemie, Verkäufer im Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandelskaufleute. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, werben die IHK, die Kreishandwerkerschaft und die Bundesagentur für Arbeit verstärkt für eine berufliche Ausbildung. Arbeitgeber setzen weiterhin auf betriebliche Ausbildung als wichtigsten Hebel, um qualifiziertes Personal aufzubauen.
Der Rückgang bei den Ausbildungsverträgen spiegelt die größeren Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wider. Mit weniger Abiturienten ab 2026 könnten Unternehmen noch stärker um qualifizierte Auszubildende konkurrieren. Die Förderung der Berufsausbildung bleibt daher entscheidend, um die Lücken in den Fachberufen zu schließen.






