Gefängnis Willich-Anrath wird zur modernen Justizvollzugsanstalt umgebaut
Nikolaus SchleichGefängnis Willich-Anrath wird zur modernen Justizvollzugsanstalt umgebaut
Das alte Gefängnis in Willich-Anrath hat im Rahmen der Modernisierung des Justizvollzugssystems in Nordrhein-Westfalen einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Der Abriss veralteter Bereiche wurde bis zum Sommer 2023 abgeschlossen und ebnete den Weg für einen groß angelegten Ausbau, durch den landesweit über 1.200 neue Haftplätze entstehen.
Der zweite Bauabschnitt der Justizvollzugsanstalt Willich I schreitet nun mit voller Kraft voran – verantwortet von der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB NRW). Die Erdarbeiten begannen im August 2023, gefolgt vom schrittweisen Aufbau der Rohbauten für die Neubauten. Anfang dieses Jahres kam es zu einer kurzen Verzögerung, als Kälteperioden die Betonarbeiten und Erdbewegungen verlangsamten, doch die Bauteams haben den ursprünglichen Zeitplan inzwischen wieder eingeholt.
Der aktuelle Ausbau schafft mehr als 6.500 Quadratmeter Nutzfläche, wobei allein das Haftgebäude 2 rund 6.000 Quadratmeter umfasst. Der neue Trakt wird 368 Zellen beherbergen sowie einen zweigeschossigen Bereich für Sozialtherapie und eine spezialisierte Behandlungsstation. In unmittelbarer Nähe werden die bereits in der ersten Phase fertiggstellten Werkstätten und das Mehrzweckgebäude durch neue Verbindungsbauten an das Haftgebäude 2 angebunden.
Neben den Zellentrakten umfasst die Anlage nun erweiterte Werkstatträume, eine Mehrzweckhalle und eine große Freiluft-Sportfläche. Das gesamte Gelände erstreckt sich über etwa 27.000 Quadratmeter und ist darauf ausgelegt, eine resozialisierungsorientierte Inhaftierung zu fördern – mit besonderem Fokus auf die Vorbereitung der Gefangenen für die Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Mit der baldigen Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts wird die Justizvollzugsanstalt Willich I bald als moderne Haftanstalt betrieben. Die Modernisierungsmaßnahmen bringen verbesserte Infrastruktur, eine höhere Kapazität sowie spezielle Räumlichkeiten für Therapieangebote und berufliche Qualifizierung mit sich. Sobald die Anlage voll funktionsfähig ist, wird sie eine zentrale Rolle im reformierten Gefängniswesen Nordrhein-Westfalens einnehmen.






