Hitlers Paraden-Mercedes bleibt unversteigert – trotz sieben Millionen Dollar
Nikolaus SchleichHitlers Paraden-Mercedes bleibt unversteigert – trotz sieben Millionen Dollar
Ein ehemaliges Paradenfahrzeug Adolf Hitlers, ein seltener Mercedes-Benz 770 (W 150), kam kürzlich unter den Hammer. Der sogenannte Große Mercedes wurde nach Jahrzehnten in einem US-amerikanischen Depot von Worldwide Auctioneers versteigert. Trotz eines Höchstgebots von sieben Millionen US-Dollar lehnte der Verkäufer das Angebot ab und behielt das Fahrzeug vom Markt zurück.
Der siebenitzige Mercedes-Benz 770 wurde ursprünglich in einer streng limitierten Auflage produziert – insgesamt entstanden nur 88 Exemplare. Angetrieben von einem 7,7-Liter-Reihenkraftwerk mit acht Zylindern und 230 PS verkörperte das Modell Luxus und Macht. Hitler nutzte dieses spezielle Fahrzeug zwischen 1939 und 1943 bei prominenten Anlässen, darunter eine Parade 1940 durch München an der Seite Benito Mussolinis sowie eine Siegfeier in Berlin.
Das Auto wurde nach Hitlers Vorgaben individualisiert, mit einer verstärkten Windschutzscheibe und gepanzerten Seitenteilen. Der Preis lag damals zwischen 44.000 Reichsmark für die viertürige Version und 47.500 Reichsmark für die Siebensitzer-Limousine – umgerechnet etwa 182.000 bzw. 196.000 Euro heute. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten alliierte Truppen das Fahrzeug und brachten es in die USA, wo es seither akribisch konserviert wurde.
Die Auktionäre bezeichneten den Wagen als eines der außergewöhnlichsten und historisch bedeutendsten Fahrzeuge überhaupt. Experten hielten das Gebot von sieben Millionen US-Dollar für angemessen; die Schätzungen vor der Versteigerung hatten den Wert zwischen sieben und neun Millionen Dollar angesiedelt. Trotz des großen Interesses entschied sich der Verkäufer letztlich gegen den Verkauf.
Die Auktion unterstrich die Seltenheit des Fahrzeugs sowie seine düstere historische Verbindung. Obwohl das Gebot als fair galt, bleibt der Wagen vorerst im Besitz des aktuellen Eigentümers. Ein künftiger Verkauf – oder die weitere Bewahrung des Stücks – wird voraussichtlich erneut das Interesse von Sammlern und Historikern weltweit wecken.






