17 June 2026, 18:31

Innenministerkonferenz verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien

Bericht: IMK verschiebt Entscheidung zu Pyrotechnik in Stadien

Innenministerkonferenz verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien

Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien einzuführen. Innenminister Herbert Reul äußerte sich frustriert über die mangelnden Fortschritte bei der Bekämpfung des Problems und bezeichnete die bisherigen Bemühungen als unzureichend. Die Entscheidung fällt trotz jüngster Vorfälle, darunter Ausschreitungen beim DFB-Pokalfinale im Mai.

Herbert Reul hatte sich für strengere Kontrollen eingesetzt, darunter Durchsuchungen von Ultra-Fanräumen und eine verstärkte Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden. Zudem kritisierte er den Schiedsrichter, weil dieser das DFB-Pokalfinale trotz Pyrotechnik auf dem Platz nicht abgebrochen hatte.

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Die IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ wird entgegen der ursprünglichen Planung keinen neuen Vorschlag zur Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorlegen. Stattdessen soll das Thema auf der Herbstkonferenz erneut beraten werden. Die Vereine wehren sich gegen schärfere Kontrollen mit dem Argument, dass umfassende Überprüfungen nicht praktikabel seien.

Bisherige Bußgelder bei Verstößen gegen das Pyrotechnik-Verbot zeigten kaum Wirkung. Auch Pilotprojekte mit Detektoren zur Identifizierung von Tätern brachten keine klaren Verbesserungen. Die Arbeitsgruppe räumte ein, dass es keine Einzelmaßnahme oder verantwortliche Stelle gebe, die das Problem allein lösen könne.

Vorerst werden keine zusätzlichen Schritte zur Bekämpfung von Stadiongewalt eingeleitet. Vereine und Behörden bleiben uneins darüber, wie bestehende Regeln durchgesetzt werden sollen. Die Diskussion über Pyrotechnik wird später in diesem Jahr fortgesetzt – mit keinen unmittelbaren Änderungen zu rechnen.

Quelle