20 March 2026, 16:35

Junge Menschen verlieren dramatisch das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der bösartige Kreislauf" mit Text und Bildern von verschiedenen, chaotisch angeordneten Menschen, die das Problem der schlechten Bildung hervorheben.

Junge Menschen verlieren dramatisch das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Vertrauen junger Menschen in die Demokratie sinkt dramatisch

In den vergangenen vier Jahren ist das Vertrauen junger Menschen in die Demokratie deutlich gesunken. Eine aktuelle Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt, dass nur noch 27 Prozent der 14- bis 29-Jährigen mit der Funktionsweise der Demokratie in Deutschland zufrieden sind. Dies stellt einen steilen Rückgang dar: 2020 waren es noch 52 Prozent, zwei Jahre zuvor sogar 77 Prozent. Die Zahlen deuten auf eine wachsende Entfremdung der jüngeren Generation von demokratischen Werten hin.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die neuesten Erkenntnisse zeichnen ein besorgniserregendes Bild der politischen Einstellungen. 2024 äußern 66 Prozent der jungen Menschen Unzufriedenheit mit der Demokratie – ein Anstieg gegenüber 40 Prozent im Jahr 2020. Gleichzeitig verbreiten sich undemokratische Ansichten: Fast die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft würde von "einer starken Einzelpartei" profitieren. 15 Prozent halten unter bestimmten Umständen sogar eine Diktatur für vorziehenswert.

Experten sehen digitale Räume als zentralen Faktor für diese Entwicklung. Soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen setzen junge Menschen extremistischen Botschaften aus und beschleunigen so Radikalisierungsprozesse. Bundesbildungsministerin Karin Prien warnte vor der rasanten Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus im Netz und bezeichnete dies als wachsende Gefahr für demokratische Werte.

Die Studie zeigt zudem einen klaren Zusammenhang zwischen persönlichem Wohlbefinden und demokratischer Gesinnung: Wer mit seinem Leben zufrieden ist, bewertet auch die gesellschaftlichen Verhältnisse positiver. Doch die klassische politische Bildung in Schulen kommt gegen digitale Manipulation kaum an. Um gegenzusteuern, fördert das Bundesprogramm "Demokratie leben!" – seit 2021 mit jährlich 135 Millionen Euro ausgestattet – das politische Engagement. Weitere Initiativen wie "Demokratie stärken" oder schulnahe Projekte wie "Demokratie vor Ort" setzen auf Teilhabe und demokratische Kompetenzen.

Besonders stark ist der Rückhalt für die Demokratie bei den Unter-45-Jährigen geschwunden, vor allem in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen, wo die Zustimmung auf 83 Prozent gefallen ist. Die Forscher unterteilen die Bevölkerung in drei Gruppen: "Demokraten" (44 Prozent), "fragile Demokraten" (42 Prozent) und "Demokratiegegner" (8 Prozent).

Der Vertrauensverlust junger Menschen in die Demokratie unterstreicht die Dringlichkeit gezielter Gegenmaßnahmen. Bund und Länder haben bereits Programme gegen Radikalisierung und für mehr Engagement auf den Weg gebracht. Doch die Herausforderung bleibt, die politische Bildung an das digitale Zeitalter anzupassen – in einer Welt, in der online geprägte Einstellungen sich schneller verändern als je zuvor.

Quelle