17 June 2026, 17:27

Karenztage: Warum die Rückkehr des Krankengeld-Streits die Wirtschaft spaltet

Gesunde Führung statt Krankheit

Karenztage: Warum die Rückkehr des Krankengeld-Streits die Wirtschaft spaltet

Eine Debatte über die geplante Wiedereinführung von Karenztagen – einer vorübergehenden Aussetzung des Krankengeldes – als Maßnahme gegen häufige Fehlzeiten hat sich entfacht. Fachleute und Politiker sind uneins, ob solche Schritte die Effizienz steigern oder die Gesundheit der Beschäftigten weiter belasten würden. Die Diskussion veranlasst viele Unternehmen stattdessen, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz stärker in den Fokus zu rücken.

Die Idee der Karenztage wurde vom ZEW-Forschungsinstitut und dem Kronberger Kreis als Mittel zur Steigerung der Systemeffizienz ins Spiel gebracht. TK-Chef Jens Baas warnte jedoch, dass Kürzungen beim Krankengeld lediglich dazu führen würden, dass Erkrankungen hinausgezögert und die Fehlzeiten letztlich verlängert würden. Eine Umfrage der TK-Studie #whatsnext ergab zudem, dass zwei Drittel der Befragten gegen eine Reduzierung des Krankengeldes sind.

Die Personalexpertin Magdalena Rogl kritisierte, dass die Debatte zu stark auf das Krankengeld selbst fixiert sei. Stattdessen forderte sie einen kulturellen Wandel im Umgang mit Fehlzeiten. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützte unterdessen die Notwendigkeit betriebsinterner Gesundheitsförderung. Immer mehr Unternehmen setzen mittlerweile auf bessere Arbeitsbedingungen und eine vertrauensbasierte Führungskultur.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sprach sich klar gegen die Rückkehr der Karenztage aus. Zudem betonte er, dass eine solche Regelung ohnehin ein neues gesetzliches Rahmenwerk erfordern würde – das es derzeit nicht gibt. Die politische Diskussion hat die Wirtschaft dazu bewegt, empathischere und gesundheitsorientiertere Ansätze zu verfolgen. Beschäftigte erwarten zunehmend eine Führung, die ihr Wohlbefinden ernst nimmt. Die Debatte zeigt: Vertrauen und Prävention werden gegenüber strafenden Maßnahmen immer wichtiger.

Quelle