30 May 2026, 12:28

Klimaproteste im Ruhrgebiet: Aktivist:innen legen Industrieanlagen lahm und fordern Energiewende

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

Klimaproteste im Ruhrgebiet: Aktivist:innen legen Industrieanlagen lahm und fordern Energiewende

Klimaschutzaktivist:innen haben eine Welle von Protesten in der deutschen Ruhrregion gestartet und dabei zentrale Industrieanlagen ins Visier genommen. Am Freitag unterbrachen rund 1.500 Demonstrant:innen den Betrieb in mehreren Großbetrieben, darunter eine Gießerei mit Verbindungen zur Rüstungsproduktion und ein Kraftwerk, das eine Erweiterung mit Gas plant. Die Aktionen sind der Auftakt zu einer größeren Kundgebung am Samstag, bei der prominente Persönlichkeiten wie Greta Thunberg erwartet werden.

Schon in den frühen Morgenstunden blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, wo der Betreiber eine weitere Gaseinheit errichten will. Die Protestierenden installierten zudem Solarpaneele auf dem Geländes des Kraftwerks und warben damit für erneuerbare Energien als Alternative zu fossilen Brennstoffen.

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In Mülheim an der Ruhr besetzten Demonstrant:innen die Werksgleise von Europipe, Europas größtem Hersteller von Pipeline-Rohren. Unterdessen störten Aktivist:innen am Standort der Friedrich Wilhelms Hütte – einer Gießerei des Rüstungskonzerns KNDS – den Schichtwechsel und verteilten unter dem Motto „Waffeln statt Waffen“ Gebäck. Die deutsche Regierung plant, sich mit einer Milliardenbeteiligung an dem Unternehmen zu beteiligen.

Eine geplante Protestaktion am Kraftwerk Gersteinwerk wurde gestoppt, nachdem das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein Polizeiverbot bestätigte und auf Risiken zivilen Ungehorsams verwies. Dennoch setzte das klimapolitische, antikapitalistische Bündnis Ende Gelände seine Kampagne fort und richtete in der gesamten Region mehrere Blockaden ein.

Die Organisator:innen erwarten nun tausende weitere Teilnehmer:innen bei der großen Demonstration am Samstag, die von Greenpeace, dem BUND, Fridays for Future, Campact und lokalen Initiativen unterstützt wird. Die Proteste rücken die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die Verflechtungen zwischen Rüstungs- und Industriekonzernen im Ruhrgebiet in den Fokus. Mit weiteren Aktionen wollen die Aktivist:innen Druck auf Unternehmen und Politiker:innen ausüben, um eine strengere Klimapolitik durchzusetzen. Die Kundgebung am Samstag soll die Forderungen nach einer Energiewende hin zu erneuerbaren Energien verstärken.

Quelle