Köln und Düsseldorf fordern legale Abgabe harter Drogen in Brennpunkten
Nikolaus SchleichKöln und Düsseldorf fordern legale Abgabe harter Drogen in Brennpunkten
Kölner und Düsseldorfer Oberbürgermeister schlagen radikale Drogenpolitik vor
Die Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf fordern einen radikalen Kurswechsel im Umgang mit drogenbedingten Problemen. Torsten Burmester (SPD) und Stephan Keller (CDU) wollen den Handel mit harten Drogen in ihren Städten legalisieren – mit dem Ziel, Kriminalität zu verringern und die Sicherheit für Anwohner sowie Unternehmen zu verbessern.
In Köln verweist Bürgermeister Burmester besonders auf den Neumarkt als Brennpunkt der Drogenproblematik. Der offene Drogenkonsum und die Präsenz von Abhängigen belasteten die Bevölkerung und Händler stark, so Burmester. Besonders besorgniserregend sei die emotionale Belastung für das Stadtviertel.
Düsseldorfs Oberbürgermeister Keller schlägt hingegen kontrollierte Abgabezonen für den Kleinhandel mit harten Drogen vor. In medizinisch betreuten Einrichtungen sollten schwerstabhängige Nutzer kleine Mengen kaufen und handeln können. Keller erhofft sich dadurch eine Reduzierung von Straftaten wie aggressivem Betteln, Diebstahl und Prostitution, die oft mit Crack-Konsum einhergehen.
Beide Bürgermeister haben die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in einem Schreiben um eine Prüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen gebeten. Sie regen eine Anpassung des Betäubungsmittelgesetzes an, um ihr Vorhaben umzusetzen. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Crack in Großstädten wie Hamburg, Berlin, Frankfurt, Köln und Dortmund Heroin als meistkonsumierte illegale Droge abgelöst hat.
Sollte der Plan umgesetzt werden, wäre der kontrollierte Drogenhandel in ausgewiesenen Zonen möglich. Die Initiative könnte die kommunale Drogen- und Kriminalitätspolitik grundlegend verändern. Die Oberbürgermeister hoffen, dass eine legale Regulierung die Last für betroffene Stadtteile verringert.






