Maria Kalesnikawa erhält Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft
Sven BinnerMaria Kalesnikawa erhält Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft
Maria Kalesnikawa, eine Schlüsselfigur der belarussischen Pro-Demokratie-Bewegung von 2020, ist in Deutschland geehrt worden – nach Jahren in Haft. Der Internationale Karlspreis zu Aachen, eine der renommiertesten Auszeichnungen Europas, würdigte ihren Einsatz gegen das autoritäre Regime in ihrer Heimat. Ihre jüngste Freilassung und Übersiedlung nach Deutschland markieren einen Neuanfang nach einem langen juristischen Kampf.
Kalesnikawas Leidensweg begann im September 2020, als sie in Minsk festgenommen wurde. Ein Jahr später verurteilte ein belarussisches Gericht die Musikerin und Aktivistin zu elf Jahren Haft – wegen ihres Engagements gegen die Regierung. Trotz internationaler Forderungen nach ihrer Freilassung blieb sie bis Dezember 2025 inhaftiert, ehe sie gemeinsam mit anderen politischen Gefangenen entlassen wurde.
Schon 2022, noch während ihrer Haftzeit, erhielt Kalesnikawa den Karlspreis – zusammen mit anderen Oppositionellen. Die Auszeichnung ehrte ihren unermüdlichen Einsatz für demokratischen Wandel in Belarus. Nun, in Deutschland lebend, nahm sie an einer Feierstunde in Aachen teil, wo Vertreter ihr Mut und ihre Entschlossenheit lobten.
Die deutschen Behörden gewährten Kalesnikawa bei ihrer Ankunft Unterstützung, darunter möglicherweise politisches Asyl. Öffentlich bekannt gewordene weitere Maßnahmen für andere belarussische Oppositionelle oder deren Familien in Deutschland gibt es jedoch bisher nicht.
Die Veranstaltung in Aachen unterstreicht die anhaltende Solidarität mit der demokratischen Bewegung in Belarus. Kalesnikawas Anwesenheit in Deutschland folgt auf ihre Entlassung nach mehr als fünf Jahren Haft. Der Anlass betont Europas Verpflichtung zu Menschenrechten und politischer Freiheit – auch wenn umfassendere staatliche Schritte für exilierte Aktivisten weiterhin unklar bleiben.