Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Nikolaus SchleichMirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl in Deutschland. Seit Februar 2022 arbeitet sie beim Bayerischen Rundfunk (BR) und präsentiert dort die Nachrichten um 16:00 Uhr und 18:30 Uhr auf BR24. Ihre Karriere umfasst mehr als 25 Jahre – ihren Einstieg beim Sender hatte sie bereits 1997.
Kottmann begann ihre Laufbahn 1997 beim Bayerischen Rundfunk, wo sie für die Rundschau arbeitete, den Vorgänger von BR24. Trotz ihrer langjährigen Erfahrung zögerte sie zunächst, im Rollstuhl vor der Kamera aufzutreten. Mit der Zeit akzeptierte sie die Sichtbarkeit und wurde zu einer engagierten Fürsprecherin für mehr Vielfalt in den Medien.
Ein Probeeinsatz im Herbst 2023 bestätigte ihren Platz bei BR24. Kollegen und Zuschauer reagierten durchweg positiv – viele lobten ihren Professionalismus und ihre repräsentative Wirkung. Einige Zuschriften betonten, wie ungewöhnlich es sei, eine Nachrichtensprecherin im Rollstuhl zu erleben.
Kottmann lebt mit Multipler Sklerose und ist auf einen Rollstuhl angewiesen, ließ sich davon aber nie von ihren Zielen abbringen. Als eine offene Moderatorenstelle ausgeschrieben wurde, bewarb sie sich ohne zu zögern. Seitdem ist sie für viele Menschen mit Behinderung ein Vorbild und eine wichtige Inspirationsquelle.
Mittlerweile ist sie ein fester Bestandteil des BR24-Teams und bricht weiterhin Barrieren: Sie moderiert zentrale Nachrichtensendungen und setzt sich gleichzeitig für mehr Inklusion im Medienbereich ein.
Kottmanns Ernennung zur Nachrichtensprecherin ist ein Meilenstein für das deutsche Fernsehen. Als erste Moderatorin im Rollstuhl verleiht sie Menschen mit Behinderung in den Medien mehr Sichtbarkeit. Ihre Arbeit bei BR24 hat bereits Diskussionen über Barrierefreiheit und Repräsentation angestoßen.






