Moers' Bürgermeisterin fördert Erinnerung an jüdisches Erbe der Stadt
Nikolaus SchleichMoers' Bürgermeisterin fördert Erinnerung an jüdisches Erbe der Stadt
Moers' Bürgermeisterin Julia Zupancic hat die Schirmherrschaft über die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers übernommen. Bei einem kürzlichen Treffen empfing sie Vorstandsmitglieder des Vereins und stellte eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" vor. Die Veröffentlichung würdigt das schwindende, aber bedeutende jüdische Erbe der Stadt.
Das Zusammentreffen markierte den offiziellen Beginn von Zupancics Unterstützung für die Gesellschaft. Sie betonte die Wichtigkeit, sich an die jüdische Geschichte Moers' zu erinnern und Antisemitismus in der Gemeinschaft entgegenzutreten. Die Bürgermeisterin lobte zudem die Bemühungen des Vereins, junge Menschen durch Schulpartnerschaften einzubinden.
Die Gesellschaft präsentierte ihr neuestes Werk, "Spuren jüdischen Lebens", eine Broschüre, die die wenigen erhaltenen Zeugnisse jüdischer Kultur in Moers dokumentiert. Sie beleuchtet die Anfänge der jüdischen Gemeinde der Stadt und ist ab sofort für drei Euro in örtlichen Bibliotheken, Museen und anderen öffentlichen Einrichtungen erhältlich.
Martin Behnisch-Wittig, der evangelische Vorsitzende des Vereins, beschrieb die Entwicklung der Gesellschaft als organisch gewachsen und tief in der Gemeinschaft verwurzelt. Er hob ihre einzigartige Rolle bei der Förderung des Dialogs zwischen den Religionen hervor. Die überregionalen Verbindungen des Vereins hätten zudem dazu beigetragen, Moers ins Rampenlicht zu rücken – etwa durch die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille.
Seit ihrer ersten Verleihung 1986 an Heinz Kremers ehrt die Medaille jährlich mindestens zwei Preisträger. Bis 2012 wurden Persönlichkeiten wie Nikolaus Schneider damit ausgezeichnet; bis 2026 sollen voraussichtlich rund 40 Menschen die Ehrung erhalten haben. Der Preis bleibt ein zentrales Symbol für das fortwährende Engagement der Gesellschaft in den christlich-jüdischen Beziehungen.
Die Veröffentlichung der Broschüre und die Schirmherrschaft der Bürgermeisterin unterstreichen das erneuerte Interesse an der jüdischen Vergangenheit Moers'. Mit Bildungsarbeit und überregionalen Netzwerken setzt sich der Verein weiterhin für Verständigung und Erinnerung ein. Die Buber-Rosenzweig-Medaille festigt zudem die Rolle der Stadt in diesem langjährigen Dialog.






