Münchner Wirtshäuser verlangen jetzt Gebühren für Erbrochenes – bis zu 50 Euro
Irena RohtMünchner Wirtshäuser verlangen jetzt Gebühren für Erbrochenes – bis zu 50 Euro
Immer mehr Münchner Wirtshäuser verlangen mittlerweile von Gästen eine Gebühr, wenn diese sich auf ihrem Gelände übergeben. Die Regelung wurde Anfang 2025 eingeführt und hat sich seitdem auf mindestens zwölf bekannte Lokale ausgeweitet. Der Schritt folgt langjährigen Bedenken hinsichtlich Sauberkeit und der Arbeitsbelastung des Personals während großer Veranstaltungen wie dem Oktoberfest.
Den Anfang machte im Februar 2025 das Wirtshaus am Bavariapark, das für solche Vorfälle eine Gebühr von 25 Euro einführte. Ein Aushang im Lokal begründete die Abgabe als Zeichen des Respekts gegenüber dem Reinigungspersonal. Innerhalb eines Jahres zogen andere traditionsreiche Gaststätten nach – darunter der Augustiner-Keller und das Hofbräuhaus –, die die Gebühr auf 40 bis 50 Euro erhöhten.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Regelung während des Oktoberfests, des größten Volksfests der Welt, das Millionen Besucher anlockt. Kellnerinnen in den Bierzelten berichten regelmäßig von anstrengenden Schichten ohne Pausen. Selbst nach dem offiziellen Ende des Festes feierten Touristen in nahegelegenen Wirtshäusern weiter – mit entsprechend höheren Risiken für Chaos und Verschmutzung.
Die Reaktionen im Netz fallen gemischt aus. Einige Nutzer sozialer Medien befürworten die Gebühr, da sie als Abschreckung gegen rücksichtsloses Verhalten diene. Andere hinterfragen, ob das Geld tatsächlich beim Personal ankommt oder ob die Abgabe im Vergleich zu ähnlichen Regelungen im Ausland zu niedrig sei. In einigen Ländern werden für die Beseitigung von Erbrochenem bereits deutlich höhere Strafen fällig.
Nach den Absagen des Oktoberfests in der Vergangenheit hatten manche Wirte enttäuschten Gästen früher Entschädigungen angeboten. Mit der neuen Regelung betonen sie nun die Notwendigkeit von mehr Respekt gegenüber ihren Mitarbeitern und Räumlichkeiten.
Stand März 2026 hat sich die Reinigungsgebühr in vielen Münchner Wirtshäusern etabliert. Die Maßnahme soll die Belastung des Personals verringern und die Hygiene in Stoßzeiten sichern. Ob sich die Regelung über die Stadtgrenzen hinaus durchsetzen oder andere Feste beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.






