Neues KiBiz in NRW: Mehr Geld, aber Kritik am Kernzeitmodell für Kitas
In Nordrhein-Westfalen nimmt ein neues Kinderbildungsgesetz (KiBiz) Gestalt an, nachdem Familienministerin Josefine Paul mit zentralen Akteuren grundlegende Punkte vereinbart hat. Die Reform verspricht zuverlässigere Kinderbetreuung und zusätzliche Finanzmittel, doch Kritiker monieren, dass die Änderungen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Kommunen, Eltern und Gewerkschaften haben bereits Bedenken gegen das geplante Kernzeitmodell und die finanzielle Unterstützung geäußert.
Die von Paul gemeinsam mit kommunalen Spitzenverbänden, Kirchen und Wohlfahrtsorganisationen unterzeichnete Vereinbarung sieht eine Neuordnung der Kinderbetreuung vor. Künftig sollen Erzieherinnen und Erzieher mindestens fünf Stunden täglich für die pädagogische Betreuung der Kinder garantieren, während anderes Personal die Betreuung außerhalb dieser Kernzeiten übernimmt. Zwar soll der bürokratische Aufwand verringert werden, doch das Modell ermöglicht auch größere Gruppengößen.
Die Landesregierung hat zugesagt, jährlich zusätzliche 200 Millionen Euro für eine verlässlichere Kinderbetreuung bereitzustellen. Davon fließen 50 Millionen Euro gezielt in die Einstellung neuen Personals. Für das kommende Jahr stellt das Ministerium zudem freiwillige 200 Millionen Euro als Anpassungshilfe für die Träger zur Verfügung.
Paul bezeichnete die Unterzeichnung als entscheidenden Schritt nach vorn und betonte damit den Fortschritt bei der Reform der frühkindlichen Bildung. Doch der Zeitplan bleibt ambitioniert: Ein Gesetzentwurf wird erst bis Ende 2024 erwartet, die Verabschiedung im Landtag ist erst für 2027 vorgesehen.
Ziel der Reform ist es, die Kinderbetreuung durch zusätzliche Mittel und eine klarere Personalstruktur planbarer zu gestalten. Dennoch zweifeln Kommunen, Eltern und Gewerkschaften bereits daran, ob die finanziellen Zusagen und das Kernzeitmodell den tatsächlichen Bedürfnissen gerecht werden. In der nächsten Phase wird das Ministerium den Gesetzentwurf bis Jahresende finalisieren.






