22 March 2026, 02:27

Ölpreise steigen auf 112 Dollar: Hormus-Krise und BP-Umstrukturierung erschüttern Märkte

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ölpreise steigen auf 112 Dollar: Hormus-Krise und BP-Umstrukturierung erschüttern Märkte

Ölmärkte erleben zu Beginn des Jahres 2026 starke Schwankungen, wobei der Preis für Brent-Rohöl auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel gestiegen ist. Der Anstieg folgt auf schwere Blockaden in der Straße von Hormus, durch die fast 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggas(LNG)-Lieferungen unterbrochen wurden. Gleichzeitig ergreifen große Energiekonzerne wie ExxonMobil und BP entschlossene Maßnahmen, um sich an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.

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Die Krise in der Straße von Hormus hat die Ölpreise in die Höhe getrieben, da nahezu ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Transporte Verzögerungen ausgesetzt sind. Als Reaktion darauf hat die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmeregelung vom Jones Act erlassen, die es ausländischen Schiffen ermöglicht, Waren zwischen US-Häfen zu transportieren und so die Belastung der Lieferketten zu verringern.

Unter den Energiegiganten sticht ExxonMobil mit einem Kursgewinn von 36,81 Prozent im vergangenen Jahr hervor – deutlich vor Shell (4,12 Prozent) und Chevron (17,74 Prozent). BP, das in den jüngsten Leistungsdaten nicht aufgeführt ist, treibt unterdessen eine umfassende Umstrukturierung voran. Das Unternehmen strebt bis 2027 Kostensenkungen in Höhe von 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar an, um die Bilanz zu stärken und die zukünftige Liquidität zu sichern.

BP beschleunigt zudem sein Desinvestitionsprogramm: Von dem angestrebten Volumen von 20 Milliarden US-Dollar sind bereits 11 Milliarden bis Anfang 2026 realisiert worden. Ein zentraler Deal umfasst den Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Anlage, die jährlich 12 Millionen Tonnen verarbeitet, wird mit rund 1.800 Mitarbeitern übernommen. Analysten der HSBC haben daraufhin die Bewertung für BP von "Reduce" auf "Hold" angehoben und verweisen auf eine mögliche Entlastung von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten durch den Verkauf.

Allerdings eskalieren die Arbeitskonflikte in BPs Whiting-Raffinerie im Bundesstaat Indiana. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte ausgeschlossen. Die Unternehmensführung betont jedoch, dass es keine größeren Produktionsausfälle geben werde.

Die Restrukturierung und die Verkäufe bei BP erfolgen vor dem Hintergrund hoher Ölpreise und operativer Herausforderungen. Der Verkauf der deutschen Raffinerie und das Sparprogramm deuten auf den Kurs hin, die finanzielle Stabilität zu festigen. Während sich die Lieferkettenbelastung durch die Jones-Act-Ausnahme leicht entspannt, passt sich die Energiewirtschaft weiterhin einem volatilen Markt an.

Quelle