Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 mit bewegender Kriegsvergangenheit
Sven BinnerPetrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 mit bewegender Kriegsvergangenheit
Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen, eine der renommiertesten Auszeichnungen der Kunstwelt. Mit 39 Jahren ist er der jüngste Preisträger in der Geschichte des Preises. Seine Werke setzen sich häufig mit seiner Kindheit während des Kosovo-Konflikts der 1990er-Jahre auseinander und verbinden persönliche Erinnerungen mit größeren historischen Themen.
Das mit dem Preis verbundene Preisgeld von 100.000 US-Dollar möchte Halilaj der Hajde!-Stiftung zukommen lassen. Die Organisation fördert die Kunstszene des Kosovo und saniert derzeit ein Kulturzentrum in seiner Heimatstadt.
Halilajs frühes Leben prägt bis heute sein künstlerisches Schaffen. Aufgewachsen im Kosovo während des Krieges, erlebte er mit nur 13 Jahren, wie serbische Truppen das Haus seiner Familie niederbrannten. Seine Zeichnungen aus der Kriegszeit wurden später in der Tate St Ives in England ausgestellt – der Beginn seiner internationalen Anerkennung.
Auch seine jüngsten Projekte reflektieren die Vergangenheit des Kosovo. 2026 zeigte das Hamburger Bahnhof in Berlin seine Ausstellung Eine Oper. Außerhalb der Zeit im Rahmen der Reihe Museum in Bewegung. Die bis zum 31. Mai laufende Schau widmete sich den Perspektiven junger Menschen und der bewegten Geschichte des Landes. Im selben Jahr inszenierte er Syrigana, eine interdisziplinäre Oper in einem kosovarischen Dorf desselben Namens. Die Aufführung thematisierte die bis heute bestehenden ethnischen Spannungen in der Region.
Halilajs Kunst kontrastiert oft kindliche Unschuld mit der Härte des Krieges. Ein bekanntes Werk umfasst Bronzeskulpturen, die auf Kritzeleien von Schulkindern vom Balkan basieren. Diese Arbeiten wurden im Metropolitan Museum of Art in New York präsentiert.
Der Nasher-Preis, 2015 ins Leben gerufen, wurde ursprünglich jährlich vergeben. Seit 2023 folgt er einem zweijährigen Turnus, um den Preisträgern mehr Zeit für Kooperationen mit dem Nasher Sculpture Center zu ermöglichen. Frühere Preisträger kamen aus unterschiedlichen Ländern, darunter Nigeria, die USA und der Iran.
Die 100.000 US-Dollar werden in die Arbeit der Hajde!-Stiftung fließen, die sich für die Wiederbelebung des kosovarischen Hauses der Kultur einsetzt. Halilajs Werk bleibt tief mit seinen Wurzeln verbunden – durch Kunst setzt er sich mit Geschichte und Heilung auseinander. Seine künftigen Projekte werden diese Themen vermutlich auf neue Weise weiter erkunden.






