Pflegekosten: Warum die geplante Eltern-Beteiligung an Kindern scheitern könnte
Nikolaus SchleichPflegekosten: Warum die geplante Eltern-Beteiligung an Kindern scheitern könnte
Pläne, erwachsene Kinder früher an den Pflegekosten ihrer Eltern zu beteiligen, stoßen auf Kritik
Der Wirtschaftsexperte Martin Werding warnte, dass der Vorschlag ältere Menschen davon abhalten könnte, überhaupt Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig prüft Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eine Erhöhung des Zuschlags für Kinderlose von 0,6 auf 0,7 Prozent.
Werding betonte, dass erwachsene Kinder bereits heute einen erheblichen Anteil an der Finanzierung der Elternpflege tragen. Dadurch werde die Belastung für die Pflegeversicherung verringert. Er gab jedoch zu bedenken, dass eine frühere Heranziehung zu den Kosten kontraproduktiv sein könnte: Senioren könnten sich dann scheuen, sich an Sozialämter zu wenden.
Statt die Regeln für Kinder zu verschärfen, schlug Werding vor, den Zuschlag für kinderlose Personen zu erhöhen. Zudem regte er an, Reformen auszuweiten, um von Menschen ohne oder mit sehr wenigen Kindern höhere Beiträge zu verlangen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung Anpassungen am System der Pflegeversicherung erwägt.
Ministerin Warkens mögliche Erhöhung des Zuschlags entspricht damit im Grundsatz Werdings Empfehlung. Eine endgültige Entscheidung über Zeitpunkt und Umfang der Änderungen steht jedoch noch aus.
Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen der Finanzierung der Pflege und der Vermeidung unerwünschter Nebenwirkungen. Werdings Warnungen zielen darauf ab, dass Senioren notwendige Unterstützung meiden könnten, wenn die Beitragspflichten strenger werden. Jede Reform wird abwägen müssen zwischen finanzieller Tragfähigkeit und dem Zugang zu Leistungen für Bedürftige.






