Proteste in der Mailänder Scala: Warum Stammgäste gegen Preiserhöhungen kämpfen
Nikolaus SchleichProteste in der Mailänder Scala: Warum Stammgäste gegen Preiserhöhungen kämpfen
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Proteste unter Stammgästen
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige Plätze stark angestiegen und haben unter treuen Besuchern für Empörung gesorgt. Besonders betroffen sind Sitze in einem Teil des zweiten Ranges, wo die Erhöhungen bei den sogenannten „Loggionisti“ – einer Gruppe langjähriger Unterstützer – auf Kritik stoßen.
Die Preisanpassung betrifft 36 Plätze im zweiten Rang, wo die Kosten um über 30 Prozent gestiegen sind. Auch die Abo-Preise kletterten von 800 auf 1.050 Euro. Die Theaterleitung begründet die Änderungen mit anstehenden Tarifverhandlungen und dem Umzug der Werkstätten in den Stadtteil Rubattino.
Während der Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten, als aus den oberen Rängen Flugblätter gegen die Preiserhöhungen herabrieselten. Die Scala gilt bereits als das teuerste Theater Europas – nur das Salzburger Festspiele-Programm ist noch kostspieliger. Dennoch betonen Verantwortliche, dass die durchschnittliche Steigerung gering ausfalle: Die Plätze im Rang würden zwischen den Spielzeiten 2025/26 und 2026/27 lediglich um 1,48 Euro teurer.
Intendant Fortunato Ortombina versprach, unter seiner Führung keine weiteren Erhöhungen vorzunehmen. Aktuell wirtschaftet das Haus mit einem Überschuss, was die finanziellen Sorgen etwas mildern könnte.
Die Preisanpassungen haben vor allem bei den „Loggionisti“ für Verärgerung gesorgt. Die Scala-Führung hält dagegen, dass nur ein kleiner Teil der Plätze betroffen sei und der Gesamteffekt begrenzt bleibe. Vorerst sind keine weiteren Erhöhungen geplant.






