Schwimmabzeichen-Pflicht für Kinder: DLRG-Vorschlag spaltet Politik und Experten
Nikolaus SchleichSchwimmabzeichen-Pflicht für Kinder: DLRG-Vorschlag spaltet Politik und Experten
Eine bundesweite Debatte ist über den Vorschlag entbrannt, von Kindern den Besitz des Deutschen Schwimmabzeichens in Bronze vor dem Betreten öffentlicher Schwimmbäder zu verlangen. Die Idee stammt von Peter Harzheim, dem Präsidenten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Sie hat unter Fachleuten und Politikern gemischte Reaktionen ausgelöst.
Harzheim argumentiert, dass das Bronze-Abzeichen sicherstelle, dass Kinder sicher schwimmen könnten. Er ist überzeugt, dass die Regel die öffentliche Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Wassersicherheit lenken würde. Zudem könnte sie Eltern motivieren, ihren Kindern früh das Schwimmen beizubringen.
Ute Vogt, ebenfalls von der DLRG, unterstützt den Vorschlag. Sie betont, dass die Verantwortung für junge Schwimmer letztlich bei den Eltern oder Erziehungsberechtigten liege. Christian Mankel, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB), findet die Diskussion nachvollziehbar, warnt jedoch vor Risiken. Strenge Verbote könnten Nichtschwimmer seiner Meinung nach in unbewachte und damit gefährlichere Gewässer drängen.
Die Grünen-Politikerin Schahina Gambir kritisiert den Vorstoß als ausgrenzend. Er treffe einkommensschwache Familien besonders hart, so ihre Argumentation. Gambir besteht darauf, dass – falls die Regel eingeführt werde – alle Kinder gleichen Zugang zu Schwimmkursen erhalten müssten.
Die Meinungen zum Vorschlag gehen auseinander. Befürworter sehen darin einen Weg, die Sicherheit von Kindern im Wasser zu erhöhen. Kritiker warnen vor unbeabsichtigten Folgen, darunter eingeschränkter Zugang für manche Familien und neue Gefahren an anderen Orten.






