16 February 2026, 23:54

Volkstrauertag: Wie Deutschland mit bewegenden Feiern an Kriegsopfer erinnert

Ein Gedenkstein mit einer Inschrift, die allen US-Veteranen gewidmet ist, umgeben von Pflanzen, Blumen, Gras, Bäumen und unter einem bewölkten Himmel.

Volkstrauertag: Wie Deutschland mit bewegenden Feiern an Kriegsopfer erinnert

Deutschland gedenkt am Volkstrauertag mit landesweiten Feiern der Opfer von Krieg und Gewalt

In einer Stadt versammelten sich Bürgermeister Thomas Terhorst und rund 100 Bürgerinnen und Bürger am Creiler Platz, um der Opfer zu gedenken. Die Veranstaltung umfasste Kranzniederlegungen, musikalische Ehrungen und Reden, die die Bedeutung von Erinnerung und Verantwortung betonten.

Die Feier begann mit der Kranzniederlegung von Bürgermeister Terhorst und Benedikt Stelthove am Bonhoeffer-Denkmal vor dem Rathaus. Die Saxophonistin Rebecca Hoppe spielte nachdenkliche Stücke wie Jerusalem, Näher, mein Gott, zu dir und Bleib bei mir, die der Veranstaltung eine besinnliche Atmosphäre verliehen.

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In seiner Ansprache gedachte Terhorst der Soldaten, Zivilisten, Gefangenen und Flüchtlinge, die in Konflikten litten. Er zitierte den Philosophen George Santayana mit der Warnung, dass diejenigen, die die Vergangenheit vergessen, dazu verdammt seien, sie zu wiederholen. Stelthove fügte hinzu, die Erinnerung an vergangene Gräueltaten müsse bewahrt und Leid sowie Schuld mit Mut konfrontiert werden.

René Vadder, ein Jugendbeauftragter, sprach über die emotionale Last, denselben Weg zu gehen, den Gefangene einst unter Zwang marschieren mussten. Mitglieder der Jugendfeuerwehr Marl-Lenkerbeck berichteten von ihren Besuchen in der Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg. Das diesjährige Motto "80 Jahre nach Kriegsende – Erinnern heißt Verantwortung übernehmen" prägte die Diskussionen.

Die Veranstaltung war Teil einer breiten Erinnerungskultur in Deutschland. In den letzten zwei Jahrzehnten hat das Land seine Gedenkpraxis durch öffentliche Ehrungen, Bildungsprojekte und politische Initiativen ausgebaut. Jährliche Befreiungsfeiern von Auschwitz, Zeitzeugenberichte und staatliche Gedenkveranstaltungen – wie die virtuelle Zusammenkunft 2020 wegen der Pandemie – halten die Geschichte lebendig. Schulen integrieren heute Holocaust-Bildung, und Millionen besuchen jährlich das Berliner Holocaust-Mahnmal. Digitale Angebote wie die 2017 veröffentlichte App "Orte der Erinnerung" fördern das Lernen. Politisch hat Deutschland seine Haltung gegen Antisemitismus gestärkt, die Anerkennung der Verfolgung von Sinti und Roma erweitert und die Förderung von Gedenkstätten angesichts wachsender rechtsextremer Aktivitäten ausgeweitet.

Ähnliche Feiern fanden in der gesamten Stadt statt und unterstrichen jeweils die Botschaft von Erinnerung und Verantwortung.

Die Veranstaltungen des Tages zeigten Deutschlands anhaltendes Engagement, die Vergangenheit wachzuhalten. Durch Reden, Musik und persönliche Berichte ehrten die Teilnehmenden die Opfer von Krieg und Tyrannei. Gleichzeitig betonten sie die Rolle von Bildung und öffentlichem Engagement, um das historische Gedächtnis für kommende Generationen zu bewahren.