Vonovia-Chef fordert Reform der Mietpreisbremse - Vonovia verdient Milliarden – und fordert Reform der Mietpreisbremse
Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia verzeichnete im ersten Dreivierteljahr 2022 einen deutlichen Gewinnanstieg. Das Unternehmen steigerte seinen Überschuss auf rund 3,4 Milliarden Euro – ein markanter Umschwung nach einem Verlust von 592 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig forderte Konzernchef Rolf Buch dringende Reformen der Mietpreisbremse, da diese die Wohnungsnot verschärfe.
Die finanzielle Erholung von Vonovia basiert auf höheren Mieteinnahmen, Zusatzerlösen aus Nebendienstleistungen und Immobilienverkäufen. Bis Ende September 2022 stieg die durchschnittliche Monatsmiete des Konzerns auf 8,28 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit lag die Durchschnittsmiete bei 8,11 Euro pro Quadratmeter.
Die Mietpreisbremse, 2015 eingeführt, soll in Ballungsräumen übermäßige Mietsteigerungen begrenzen. Sie schreibt vor, dass Neuvermietungen maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Buch kritisierte die Regelung als überbordende staatliche Eingriffe, die den Markt verzerren und die Wohnungssuche erschweren.
Obwohl er sich gegen eine vollständige Abschaffung der Mietpreisbremse ausspricht, schlug Buch eine Neugestaltung vor, um einkommensschwache Mieter und systemrelevante Berufsgruppen besser zu schützen. Das aktuelle System, so seine Argumentation, begrenze Mieten willkürlich – selbst für Gutverdiener in angespannten Wohnungsmärkten.
Trotz der starken Geschäftszahlen pocht Vonovia auf politische Änderungen. Das Unternehmen betont, dass eine Reform der Mietpreisbremse die Wohnungsnot lindern könnte, ohne die Mieterschutzziele aus den Augen zu verlieren. Mögliche Anpassungen dürften darauf abzielen, Bezahlbarkeit und Marktflexibilität in Einklang zu bringen.






