24 June 2026, 20:23

Wie Opernhäuser mit Lifestyle und Cocktails um junge Zuschauer buhlen

Die Neue Kitschigkeit

Wie Opernhäuser mit Lifestyle und Cocktails um junge Zuschauer buhlen

Opernhäuser revolutionieren ihre Social-Media-Präsenz: Statt den Fokus auf die Musikkunst zu legen, setzen viele nun auf Lifestyle und Unterhaltung. Diese Entwicklung zeigt sich deutlich bei mehreren großen europäischen Institutionen.

Die Wiener Staatsoper präsentiert sich auf Instagram durch die Moderatoren Hemma und Jakob als Ort des Vergnügens – als Treffpunkt für Essen und Drinks. Sie werben mit „cooler Musik“ als Teil des Erlebnisses. Die Staatsoper Berlin hingegen betont regelmäßig ihre Sponsoren wie BMW, wobei der Intendant häufig seinen Dank ausspricht.

In Baden-Baden verbindet die Instagram-Präsenz des Festspielhauses klassische Musik mit „Spritz“-Cocktails, während die Moderatoren bewusst lässig und trendig auftreten. Der bekannte Opern-Influencer Opera Bert ist auf mehreren Accounts unterwegs – etwa in Wien, Baden-Baden und München. Die Influencer teilen Tipps zum Bestellen von Pausen-Snacks, zum passenden Outfit und zu grundlegender Opern-Etikette.

Die Bayerische Staatsoper geht einen anderen Weg: Ihr Instagram-Kanal widmet sich vor allem der Musik selbst – mit Diskussionen über Wagner, Orchesteraufführungen und die Philosophie hinter der Kunst. Justus von „Achtung Klassik!“ steht für einen traditionelleren Präsentationsstil, der sich deutlich von der modernen, lifestyleorientierten Inszenierung abhebt.

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Junge Influencer vermarkten Oper zunehmend als Unterhaltungserlebnis – mit Fokus auf Drinks, Dresscodes und „Überlebenstipps“. Die Folge: Eine Abkehr von künstlerischer Tiefe hin zu einem konsumorientierten Image. Dieser Trend verändert, wie das Publikum Oper auf Social Media wahrnimmt.

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