Willich baut Kita-Angebote um: Umzüge, Schließungen und 440 freie Plätze bis 2029
Nikolaus SchleichWillich baut Kita-Angebote um: Umzüge, Schließungen und 440 freie Plätze bis 2029
Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote um, um der wachsenden Nachfrage in den nördlichen Stadtteilen gerecht zu werden. In den kommenden Jahren werden mehrere Kitas verlegt, erweitert oder geschlossen, während die Stadtverwaltung auf veränderte Bevölkerungsentwicklungen reagiert. Die Maßnahmen zielen darauf ab, aktuelle Engpässe zu beheben und gleichzeitig einen erwarteten Überschuss von 440 Plätzen bis 2029 vorzubereiten.
Ein zentraler Schritt betrifft die Kita Villa Kunterbunt, die bis zum Betreuungsjahr 2027/2028 in das modernisierte Gebäude der St. Irmgardis umziehen wird. Die Verlegung folgt auf jahrelange Klagen von Eltern über begrenzte Betreuungsmöglichkeiten vor Ort – insbesondere in Stadtteilen wie Anrath und Neersen, wo die Zahl der Familien stark angestiegen ist.
Die nördlichen Stadtteile Willichs verzeichneten in den letzten zehn Jahren ein Bevölkerungswachstum von 8 bis 10 Prozent und liegen damit deutlich über dem Durchschnitt des Kreises Viersen. Dieser Anstieg, getrieben durch Zuzug und wachsende Familien, hat die Kinderbetreuung an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht. Viele Eltern fühlten sich vernachlässigt, da in ihrer Nähe kaum ausreichende Angebote verfügbar waren.
Um die Situation zu entlasten, wird die Villa Kunterbunt nach ihrem Umzug in die größeren Räumlichkeiten von St. Irmgardis ihr Angebot ausbauen – darunter Mittagsverpflegung und Ganztagsbetreuung. Die bisherige Kita St. Irmgardis wird zum Ende des Betreuungsjahres 2026/2027 schließen, um Platz für die Verlegung zu schaffen.
Unterdessen wurden die Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof gestrichen. Stattdessen zieht die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um, wo ein Vier-Gruppen-Haus entstehen soll. Als Grund für den Verzicht auf den ursprünglichen Bau nannte die Stadtverwaltung Haushaltszwänge; das bestehende Alperhof-Gebäude soll abgerissen werden.
Weitere Änderungen umfassen die schrittweise Schließung des DRK-Brückenprojekts Schatzkiste bis zum 31. Juli 2026. Die Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält zwar eine verlängerte Förderung bis zum 31. Juli 2027, doch über eine spätere Schließung wird bereits diskutiert. Stadt und Kirchenkreis haben sich darauf verständigt, im Dialog zu bleiben, um künftige Anpassungen an den Bedürfnissen der Gemeinschaft auszurichten.
Bis 2029 rechnet Willich mit 440 Betreuungsplätzen mehr als benötigt – ein deutlicher Wandel im Vergleich zu früheren Engpässen. Die Verlegung der Villa Kunterbunt und des Alperhofs sowie die Schließung älterer Einrichtungen spiegeln die Bemühungen der Stadt wider, Ressourcen und Nachfrage in Einklang zu bringen. Die Verwaltung wird die Bevölkerungsentwicklung weiter beobachten und die Angebote bei Bedarf anpassen.