Windpark-Ausbau im Hochsauerland: Naturschutzgebiet durch Zufahrtsstraße bedroht
Sven BinnerWindpark-Ausbau im Hochsauerland: Naturschutzgebiet durch Zufahrtsstraße bedroht
Zufahrtsweg zum Windpark Aupketal wird durch Naturschutzgebiet ausgebaut – Umweltschützer schlagen Alarm
Im Hochsauerlandkreis wird eine Zufahrtsstraße für den Windpark Aupketal durch ein geschütztes Naturschutzgebiet ausgebaut. Schwerlasttransporter nutzen nun den ausgebauten Waldweg, um Turbinenteile zu transportieren – doch die Baumaßnahmen werfen Fragen nach möglichen Umweltschäden auf. Lokale Politiker kritisieren den Betreiber wegen mangelhafter Baupraktiken, während die Kreisverwaltung Verstöße gegen die genehmigten Auflagen bestätigt.
Fünf Windkraftanlagen entstehen in der Nähe des Möhnesees, wobei ein Teil der Transportroute durch das FFH-Schutzgebiet im Aupketal führt. Der Weg schlängelt sich durch alte Laubwälder, Bäche und Feuchtgebiete. Um die schweren Fahrzeuge zu tragen, wurde kalkhaltiger Schotter auf der Strecke verteilt – mit potenziellen Risiken für die sauren Böden und die lokalen Biotope.
Der Hochsauerlandkreis hat klare Verstöße bei den Arbeiten festgestellt, darunter unautorisierte Verdichtungen und Verbreiterungen der Schotterfläche sowie Fahrzeuge, die abseits der vorgesehenen Route fuhren. Zwar betont die Kreisverwaltung, dass der Bau einer Zufahrt durch ein FFH-Gebiet nicht automatisch schädlich sei – da das Gelände durch den bestehenden Waldweg bereits versiegelt war –, doch oppositionelle Gemeinderäte bleiben skeptisch. Ihr Antrag auf eine Ortsbegehung zur Begutachtung des Tals wurde im Umweltausschuss mit Mehrheit abgelehnt.
Stand März 2026 gibt es keine öffentlichen Angaben dazu, ob die Aupketal Wind Farm GmbH rechtliche oder ökologische Ausgleichsmaßnahmen für mögliche Schäden im Schutzgebiet plant.
Trotz bestätigter Verstöße und Umweltbedenken geht der Ausbau der Zufahrtsstraße für den Windpark weiter. Oppositionelle Vertreter konnten bisher keine Vor-Ort-Prüfung durchsetzen, sodass die langfristigen Folgen für das Naturschutzgebiet unklar bleiben. Der Betreiber hat bisher keine Schritte angekündigt, um die dokumentierten Mängel oder mögliche ökologische Schäden zu beheben.






