17 March 2026, 10:32

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft mit sinkenden Preisen und neuen Schädlingen

Nahaufnahme einer Blattschneiderbiene auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft mit sinkenden Preisen und neuen Schädlingen

Zuckerrübenanbau in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen

Der Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät zunehmend unter Druck durch vielfältige Probleme. Sinkende Preise, schrumpfende Anbauflächen und Konkurrenz durch zollfreie Importe schmälern die Gewinne der Landwirte. Gleichzeitig erschweren Krankheiten, Schädlinge und resistente Unkräuter die Produktion in ganz Deutschland.

Viele Bauern setzen daher auf neue Pflanzenschutzmethoden, um ihre Erträge zu sichern. Innovationen wie gezielte Herbizide, Biostimulanzien und Fungizide erweisen sich als unverzichtbar, um die Pflanzen gesund zu halten und die Zuckerqualität zu erhalten.

Eine der größten Bedrohungen für Zuckerrüben sind Stolbur (SBR), der Cercospora-Blattfleck und hartnäckige Unkräuter. Diese Probleme zwingen die Landwirte, auf Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide zurückzugreifen – langfristig wären jedoch standardisierte Lösungen stabiler. Ohne zuverlässigen Schutz leiden sowohl Ertrag als auch Zuckergehalt.

Auf Betrieben wie der Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter (Nordrhein-Westfalen) sind die Anbauflächen für Zuckerrüben aufgrund schlechter Marktbedingungen geschrumpft. Ähnliche Trends zeigen sich auch anderswo, etwa in einem Bericht aus Straubing-Bogen (Bayern) von 2025, wo einige Landwirte auf Mais umgestiegen sind. Bundesweite Zahlen zu Flächenveränderungen seit dem Mercosur-Handelsabkommen bleiben jedoch unklar.

Um diese Probleme zu bekämpfen, werden neue Mittel erprobt. Betriebsleiter Marius Feldmann setzte kürzlich Rinpode ein, ein Herbizid in Kombination mit dem Biostimulans Kinsidro Grow , um widerstandsfähige Unkräuter wie Hühnerhirse und Ausfallraps zu kontrollieren. Die Kombination wirkte effektiv und schädigte die Rübenpflanzen kaum. Feldmann lobte zudem die praktische Handhabung: Nur 2 Gramm pro Hektar seien nötig – deutlich weniger als bei herkömmlichen Herbiziden.

Erste Versuche mit Rinpode deuten darauf hin, dass es den Rübenertrag um 3–7 Prozent steigern und den Zuckergehalt erhöhen könnte. Gleichzeitig hat Südzucker Kinsidro Grow+ in bestimmten Regionen als Pflichtbestandteil seines SBR-Bekämpfungsprogramms eingeführt und setzt es in kritischen Wachstumsphasen ein. Damit soll der Anbau geschützt werden, ohne zu stark auf Notfall-Chemikalien angewiesen zu sein.

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Trotz dieser Fortschritte bleibt die langfristige Perspektive für den deutschen Zuckerrübenanbau ungewiss. Ohne bessere Marktstabilität oder robustere Resistenzen gegen Krankheiten könnten noch mehr Landwirte ihre Produktion drosseln oder ganz aufgeben.

Der Trend zu modernem Pflanzenschutz hilft einigen Betrieben, ihre Erträge unter schwierigen Bedingungen zu halten. Mittel wie Rinpode und Kinsidro Grow+ bieten eine nachhaltigere Möglichkeit, Schädlinge und Krankheiten zu bekämpfen und gleichzeitig die Effizienz zu steigern. Doch ohne grundlegende Verbesserungen bei Preisen und Handelspolitik könnte die Zukunft des deutschen Zuckerrübensektors davon abhängen, wie gut diese Innovationen die wachsenden wirtschaftlichen und agronomischen Belastungen ausgleichen können.

Quelle