AfD in der Vetternwirtschafts-Krise: 80-Jährige im Büro eines Abgeordneten beschäftigt
Irena RohtAfD: Klaus Esser sollte nicht mehr nicht arbeitende Senior beschäftigen - AfD in der Vetternwirtschafts-Krise: 80-Jährige im Büro eines Abgeordneten beschäftigt
Die rechtspopulistische AfD steht erneut in der Kritik, da mehrere Abgeordnete Familienmitglieder in öffentlichen Ämtern beschäftigen. Aktuelle Berichte zeigen mehrere Fälle auf, in denen Abgeordnete Angehörige in offiziellen Funktionen beschäftigten. Besonders brisant ist der Fall einer 80-jährigen Frau, die für einen Landtagsabgeordneten arbeitet – dies wirft Fragen nach Transparenz und möglicher Vetternwirtschaft auf. Parteichefin Alice Weidel fordert nun strengere Regeln für die Beschäftigung von nahen Vertrauten im öffentlichen Dienst. In Nordrhein-Westfalen beschäftigt der AfD-Landtagsabgeordnete Klaus Esser die 80-jährige Rosemarie Z. in seinem Büro. Kritiker zweifeln angesichts ihres Alters an, ob sie ihre Aufgaben tatsächlich aktiv ausübt. Esser verteidigt die Anstellung mit dem Hinweis, sie bereite parlamentarische Anfragen und Anträge von zu Hause aus vor. Zudem betont er, ihre Tätigkeit fördere die Teilhabe älterer Menschen am öffentlichen Leben. Rosemarie Z. ist mit Werner Z. verheiratet, der Parteiveranstaltungen früh verlässt, um sie nicht allein zu lassen. Werner Z. steht zudem im Verdacht, Teil eines informellen Netzwerks um Esser zu sein. Es gibt Vermutungen, dass auch seine eigene Anstellung bei einem Europaabgeordneten aus Essers Umfeld parteipolitisch motiviert sein könnte. Sowohl Rosemarie als auch Werner Z. lehnten auf Anfrage des Spiegel eine Stellungnahme ab. Gegen Esser selbst liegt derzeit ein Parteiausschlussverfahren vor; zudem läuft ein gerichtliches Verfahren wegen angeblich gefälschter akademischer Titel. Dennoch weist er alle Vorwürfe im Zusammenhang mit der Anstellung von Rosemarie Z. zurück und bestreitet, es handele sich um Vetternwirtschaft. Das Problem beschränkt sich jedoch nicht auf diesen Einzelfall. Medienberichten zufolge haben mehrere AfD-Abgeordnete in ganz Deutschland Familienmitglieder oder enge Vertraute in Ministerien, Behörden und öffentlichen Einrichtungen eingestellt. Weidel räumt ein, dass solche Praktiken Missbrauch begünstigen könnten, und warnt vor Interessenkonflikten. Sie setzt sich für gesetzliche Reformen ein, um die bestehenden Regeln zu verschärfen und ähnliche Fälle künftig zu verhindern. Die AfD gerät zunehmend unter Druck, ihre Personalpolitik zu überprüfen. Weidels Forderung nach Reformen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere Fälle Zweifel an Transparenz und Rechenschaftspflicht innerhalb der Partei nähren. Die laufenden Gerichtsverfahren gegen Esser und weitere Ermittlungen könnten die Debatte in den kommenden Monaten weiter prägen.






