BaFin weitet Prüfung gegen Gerresheimer aus – Aktie stürzt ab
Nikolaus SchleichGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - BaFin weitet Prüfung gegen Gerresheimer aus – Aktie stürzt ab
Gerresheimer erneut im Visier der deutschen Finanzaufsicht BaFin. Das Unternehmen steht nun einer verlängerten Prüfung und einer neuen Untersuchung seiner Bilanzierungspraktiken gegenüber. Nach der Bekanntgabe brachen die Aktienkurse deutlich ein.
Die BaFin hatte bereits die Einhaltung der Umsatzerfassungsregeln durch Gerresheimer unter die Lupe genommen. Im Fokus standen dabei sogenannte "Bill-and-Hold"-Verträge*, bei denen Waren zwar berechnet, aber noch nicht ausgeliefert werden. Nach den IFRS-Standards darf der Umsatz erst bei der Lieferung verbucht werden – nicht bereits mit der Rechnungsstellung. Die Aufseher zweifelten an, ob das Unternehmen für das Jahr 2024 rund 35 Millionen Euro vorzeitig als Erlös erfasst hatte.
Die aktuelle Untersuchung erweitert nun den Prüfzeitraum. Er umfasst künftig den Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025. Die BaFin entschied sich für eine Vertiefung der Ermittlungen, nachdem zuvor bereits Bedenken hinsichtlich der Buchhaltungsmethoden des Konzerns geäußert worden waren.
Anleger reagierten prompt auf die Nachricht. Die Gerresheimer-Aktie gab im nachbörslichen Handel nach – ein Zeichen für die Unsicherheit über die finanziellen Folgen der laufenden Prüfung.
Die ausgeweitete Untersuchung erhöht den Druck auf Gerresheimer, seine Finanzpraktiken offenzulegen. Die Ergebnisse der BaFin könnten sich auf die ausgewiesenen Gewinne des Unternehmens und das Vertrauen der Investoren auswirken. Der Abschlussbericht der Behörde wird zeigen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.






