Bundeswehr-Reform: Neue Grundausbildung und Rückkehr der Musterung ab 2026
Nikolaus SchleichBundeswehr-Reform: Neue Grundausbildung und Rückkehr der Musterung ab 2026
Deutschland reformiert seine Rekrutierungs- und Ausbildungsstrukturen im Militär im Rahmen eines langfristigen Ausbauplans. Verteidigungsminister Boris Pistorius besuchte am Montag die Lützow-Kaserne in Münster, um das neue Grundausbildungsprogramm zu begutachten. Die Änderungen gehen einher mit Plänen, bis 2026 eine Form der allgemeinen Musterung für alle jungen Erwachsenen wieder einzuführen.
Am Montag, dem 10. November 2025, traf Minister Pistorius in der Lützow-Kaserne mit Rekruten und Soldaten des Heimatschutzregiments zusammen. Fast 200 Freiwillige durchlaufen derzeit die überarbeitete sechsmonatige Grundausbildung, die am 1. Juli 2025 begann. Davon bereiten sich etwa 150 auf Feldeinsätze vor, während 50 dem Heimatschutzregiment zugewiesen sind.
Das neue Programm ersetzt das alte System durch einen dezentralen Ansatz an mehreren Standorten in Deutschland. Soldaten absolvieren nun ihre gesamte Ausbildung an einem Ort, um einen einheitlichen Standard vor der Spezialisierung zu gewährleisten. Verlegungen zwischen Standorten entfallen damit, was den Prozess vereinfacht.
Unterdessen debattierte der Verteidigungsausschuss des Bundestags über einen Vorschlag zur Wiedereinführung der Musterung. Ab 2026 sollen alle 18-Jährigen – Männer wie Frauen – einen Online-Fragebogen erhalten, der ihr Interesse am Wehrdienst erfasst. Thomas Röwekamp, CDU-Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, setzt sich für dieses flächendeckende Erfassungsmodell ein.
Die Ausbauziele der Bundeswehr umfassen die Erhöhung der aktiven Truppe auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten sowie die Verdopplung der Reserve auf 200.000 bis 2035. Die Reformen zielen darauf ab, die Verteidigungsfähigkeiten Deutschlands angesichts sich wandelnder Sicherheitsherausforderungen zu stärken.
Das neue Grundausbildungsmodell ist bereits eingeführt, die ersten Rekruten werden es voraussichtlich Anfang 2026 abschließen. Falls genehmigt, soll der Musterungsfragebogen im selben Jahr eingeführt werden – ein Wandel in der Art und Weise, wie Deutschland junge Menschen in die nationale Verteidigung einbindet. Die Änderungen spiegeln die umfassenderen Bestrebungen wider, die Bundeswehr zu modernisieren und künftige Personalziele zu erreichen.






