Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt untätig – Druck vor Jagd und Hund wächst
Sven BinnerDortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt untätig – Druck vor Jagd und Hund wächst
Dortmunder Ethikkommission zur Großwildjagd steht unter Druck, ihre Arbeit aufzunehmen
Die Ethikkommission der Stadt Dortmund zur Großwildjagd gerät zunehmend unter Druck, ihre seit Langem verschobene Arbeit endlich zu beginnen. Die 2023 eingerichtete Gruppe, die die ethischen Aspekte von Jagd-Safaris prüfen soll, hat bisher keine protokollierten Sitzungen abgehalten. Angesichts der bevorstehenden Messe Jagd und Hund müssen die städtischen Verantwortlichen nun entscheiden, ob sie die Kommission noch vor der Sommerpause zum Handeln bewegen.
Zweck der Kommission ist es, zu bewerten, ob der Verkauf von Jagdreisen ethisch vertretbar ist. Ihr gehören zwölf Mitglieder an, darunter Politiker von CDU, SPD, Grünen, FDP und AfD sowie Vertreter von Jägerverbänden, Tierschützern und unabhängige Fachleute. Ihre Ergebnisse sollen Dortmund als Leitlinie dienen, wenn es um die Zulassung von Safari-Anbietern auf künftigen Messen in den städtischen Westfalenhallen geht.
Doch seit mindestens 18 Monaten liegt die Arbeit der Kommission brach – offizielle Protokolle oder Aufzeichnungen über Diskussionen fehlen. Bürgermeister Thomas Westphal räumte ein, dass die mangelnde Dokumentation auf unvollständige Aktenführung zurückzuführen sei. Während die CDU signalisierte, flexibel zu sein und auch einen späteren Sitzungstermin akzeptieren würde, lehnt die AfD die Kommission weiterhin komplett ab.
Erst vergangene Woche forderte der Stadtrat in einem Beschluss, dass die Kommission noch vor der Sommerpause zusammentritt. Unterstützung erhielt der Antrag von Grünen, SPD, Linken und kleineren Fraktionen. Befürworter argumentieren, die Kommission müsse endlich zentrale Fragen klären: Fördert die Großwildjagd den Artenschutz – oder gefährdet sie bedrohte Tierarten?
Durch die Untätigkeit der Kommission fehlen Dortmund klare Richtlinien, während die Jagd und Hund näher rückt. Sollte die Gruppe wie gefordert tagen, könnten ihre Empfehlungen beeinflussen, wie die Stadt künftig mit Jagdausstellern umgeht. Bisher bedeutet der Stillstand jedoch, dass keine Entscheidungen zu den ethischen Bedenken beim Verkauf von Safaris getroffen wurden.






