Erzbischof Bentz als Favorit für den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz
Irena RohtErzbischof Bentz als Favorit für den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz
Die Deutsche Bischofskonferenz wird auf ihrer Frühjahrsversammlung in Würzburg bald einen neuen Vorsitzenden wählen. Erzbischof Udo Markus Bentz von Paderborn gilt mittlerweile als aussichtsreicher Kandidat für das Amt. Seine Wahl würde ihn ins Zentrum der laufenden Reformen der katholischen Kirche in Deutschland rücken.
Papst Franziskus ernannte Bentz Ende 2023 zum Erzbischof von Paderborn. Seitdem hat er alle 19 Dekanate und zahlreiche Pfarrgemeinden seines Bistums besucht. Sein Ansatz wird oft als pragmatisch und menschenorientiert beschrieben; er genießt den Ruf eines gemäßigteren Vertreters.
Bevor Bentz das Erzbistum Paderborn leitete, arbeitete er als Privatsekretär von Kardinal Karl Lehmann, dem langjährigen früheren Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Diese Erfahrung verschafft ihm direkte Einblicke in die Anforderungen des Amtes. Wird er gewählt, vertritt er die deutschen Bischöfe und führt die beiden jährlichen Vollversammlungen.
Der neue Vorsitzende steht vor einer großen Herausforderung: die Leitung des Synodalen Wegs, des 2019 gestarteten Reformprozesses der Kirche. Bis 2023 hatten Bischöfe und Laienvertreter Texte verabschiedet, die Veränderungen in Machtstrukturen, Sexualmoral, Frauenrollen und Zölibat fordern. Doch die Umsetzung steht weiterhin aus, da sie noch der Zustimmung des Vatikans bedarf. Die Spannungen um diese Reformen halten bis 2026 an, weshalb der Aufbau von Konsens eine zentrale Aufgabe für den künftigen Vorsitzenden sein wird.
Die Frühjahrsversammlung in Würzburg wird entscheiden, wer das Amt übernimmt. Bentz' Hintergrund und sein pastoraler Stil könnten prägen, wie die Kirche ihre Reformdebatten führt. Das Ergebnis wird sowohl die deutschen Bischöfe als auch ihr Verhältnis zu Rom in den kommenden Jahren beeinflussen.






