07 April 2026, 16:32

Escape Room in Marl: Wie sich Fluchterfahrungen spielerisch erleben lassen

Plakattext lautet "Flüchtlinge können für über 1.000 Coursera-Kurse Gebührenbefreiungen erhalten und werden sich lokalen Studenten in geführten Diskussionen anschließen" mit mehreren Personen, einige halten Taschen, was darauf hindeutet, dass sie Flüchtlinge sind.

Escape Room in Marl: Wie sich Fluchterfahrungen spielerisch erleben lassen

Flucht-Simulationsraum in Marl: Ein Escape Game zeigt die Hürden von Geflüchteten

Ein Escape Room in Marl vermittelt Besuchern einen Eindruck von den Herausforderungen, mit denen Geflüchtete bei der Ankunft in einem neuen Land konfrontiert sind. Unter dem Titel "Unbekannte Unbehagen" durchlaufen die Teilnehmer Aufgaben, die reale Schwierigkeiten widerspiegeln – von behördlichem Papierkram bis zu Sprachbarrieren. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Marl und der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen.

Die Erfahrung wurde von Flüchtlingshilfe Bonn konzipiert und im insel-VHS-Bildungszentrum für Erwachsene aufgebaut. Bevor die Spieler den Raum betreten, erhalten sie aus einem Kontrollraum Anweisungen: Sie müssen unter Zeitdruck Rätsel lösen – ähnlich wie Geflüchtete, die gegen die Uhr kämpfen, um einen Aufenthaltstitel zu sichern. Jede Aufgabe, etwa das Ausfüllen von Formularen in einer fremden Sprache, veranschaulicht die alltäglichen Hindernisse, auf die Neuankömmlinge stoßen.

Marls Bürgermeister Thomas Terhorst testete den Escape Room persönlich, nachdem er von der WDR Lokalzeit eingeladen worden war. Er durchlief die Simulation, die schnelles Denken und Problemlösungsfähigkeiten erfordert, um symbolisch eine Aufenthaltserlaubnis zu "verdienen". Ziel der Ausstellung ist es, bei Menschen ohne Fluchterfahrung Empathie zu wecken, indem sie die Herausforderungen greifbar macht.

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Nach mehreren Wochen in Marl wird der Escape Room nach Duisburg umziehen. Die temporäre Installation soll möglichst viele Menschen erreichen und bietet eine interaktive Möglichkeit, die Belastungen nachzuvollziehen, mit denen Geflüchtete konfrontiert sind.

Der Raum hinterlässt bei den Teilnehmern ein klareres Bild von den Hindernissen, die Geflüchtete überwinden müssen. Indem Bürokratie und Sprachbarrieren zu einem spielerischen, aber lehrreichen Erlebnis werden, regt die Ausstellung zum Nachdenken über die Realität eines Neuanfangs an. Das Projekt setzt seine Tour fort und macht als nächstes in Duisburg Station, um seine Botschaft weiterzutragen.

Quelle