25 March 2026, 08:36

Florentina Holzingers Sancta polarisiert erneut an der Stuttgarter Staatsoper

Plakat für das Théâtre de l'Opéra in Paris mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem blauen Schultertuch, ihre Haare zu einem Dutt gebunden, vor einem tiefblauen Nachthimmel mit Sternen und schwarzer, fetter Schrift, die 'Theater der Oper' lautet.

Florentina Holzingers Sancta polarisiert erneut an der Stuttgarter Staatsoper

Florentina Holzingers provokante Oper Sancta kehrt an die Staatsoper Stuttgart zurück

Dieser Herbst bringt die umstrittene Produktion Sancta von Florentina Holzinger zurück an die Staatsoper Stuttgart. Das Stück, das bei seiner Premiere für Aufsehen sorgte, wird vom 3. bis 5. Oktober aufgeführt, mit weiteren Vorstellungen am 1. und 2. November. Bekannt dafür, künstlerische Grenzen auszuloten, deutet Sancta ein einst verbotenes Werk neu und stellt traditionelle christliche Erzählungen infrage.

Ausgangspunkt von Sancta ist Paul Hindemiths Oper Sancta Susanna aus dem Jahr 1922, die ursprünglich wegen angeblicher Gotteslästerung abgelehnt wurde. Holzinger transformiert dieses Material in einem radikalen Performance-Kunst-Stil, der harte Bilder mit schwarzem Humor verbindet. Die Probenphase war intensiv, mit neuen Elementen, die bis kurz vor die Premiere eingefügt wurden.

Bei der Stuttgarter Uraufführung löste die Inszenierung solche Emotionen aus, dass 18 Zuschauer medizinisch versorgt werden mussten. Die mediale Aufregung reichte von Drohungen bis zu Schlagzeilen weltweit und markierte einen Wendepunkt in Holzingers Schaffen – weg von früheren, weniger polarisierenden Werken wie Der rote Wal. Im Gegensatz zu ihren früheren Projekten hat sich Sancta als prägender Skandal in der Stuttgarter Opernszene etabliert.

Dirigentin Marit Strindlund, die Holzingers Arbeit erstmals in Berlin mit Ophelia's Got Talent erlebte, beschreibt Sancta als ein Stück, das bewusst die Grenzen zwischen Kunstformen verwischt. Trotz der schockierenden Bilder betont sie den zugrundeliegenden Humor, der die Aufführung dynamisch hält. Im Mittelpunkt der Oper steht das Thema der weiblichen Selbstbestimmung innerhalb christlicher Ikonografie, inszeniert auf provokante und konfrontative Weise.

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Sancta wird an fünf Terminen in diesem Herbst an der Staatsoper Stuttgart zu sehen sein. Die Mischung aus Kontroverse, historischen Bezügen und mutiger Performance-Kunst hat bereits Spuren im Ruf des Hauses hinterlassen. Das Publikum kann eine herausfordernde Erfahrung erwarten, die opernerzählerische Konventionen neu definiert.

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