10 February 2026, 20:22

Gericht zwingt Meta zu 30 Millionen Euro Zahlung an die Telekom

Ein Münzfernsprecher steht an der Straße neben einer Bushaltestelle, daneben parkt ein Fahrrad; im Hintergrund sind Bäume, Fahrzeuge auf der Straße, eine Brücke und ein klarer blauer Himmel zu sehen.

Urteil: Meta muss Telekom 30 Millionen Euro zahlen - Gericht zwingt Meta zu 30 Millionen Euro Zahlung an die Telekom

Ein deutsches Gericht hat Meta, den Besitzer von Facebook, verurteilt, an die Deutsche Telekom rund 30 Millionen Euro für Netznutzungsgebühren zu zahlen. Das Urteil folgt auf einen langjährigen Rechtsstreit darüber, ob Technologiekonzerne sich an den Kosten für die Telekommunikationsinfrastruktur beteiligen müssen. Beide Unternehmen hatten sich während des Verfahrens gegenseitig unfaire Marktpraktiken vorgeworfen.

Der Konflikt eskalierte, als Meta 2021 die Zahlungen an die Deutsche Telekom für die Datenübertragung einstellte. Meta argumentierte, es gebe keine formelle vertragliche Verpflichtung oder Zahlungspflicht, da der Telekommunikationsanbieter das Unternehmen nicht direkt belieferte. Die Deutsche Telekom bestand jedoch darauf, eine Entschädigung für die Beförderung des Datenverkehrs von Meta über ihre Netze zu erhalten.

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Das Oberlandesgericht Düsseldorf gab der Deutschen Telekom recht und bestätigte damit ein früheres Urteil, während es gleichzeitig den Abrechnungszeitraum erweiterte. Diese Anpassung führte zu der höheren Summe von 30 Millionen Euro. Die Richter wiesen zudem darauf hin, dass Metas Tochterunternehmen Edge Network den Datenverkehr über andere Anbieter hätte umleiten können, dies jedoch nicht tat.

Der Fall ist Teil einer größeren europäischen Debatte, die als "Fair-Share"-Diskussion bekannt ist. Telekommunikationsunternehmen fordern, dass US-Technologiegiganten wie Meta sich an den Kosten für die Netzwerkinfrastruktur beteiligen sollten, da ihre Dienste hohe Datenmengen verursachen. Meta und andere Konzerne wie Google und Amazon lehnten solche Forderungen zunächst ab und verwiesen auf eigene Investitionen in die Infrastruktur. Bis 2024 begann Meta jedoch, Sondierungsgespräche mit europäischen Telekommunikationsunternehmen zu führen, während Google und Netflix in einigen Ländern freiwillige Zahlungsmodelle vereinbarten.

Das Urteil schafft einen Präzedenzfall und bestätigt, dass Netzbetreiber rechtlich Zahlungen für die Beförderung von Datenverkehr einfordern können. Gleichzeitig wies das Gericht den Vorwurf der Marktbeherrschung durch die Deutsche Telekom in diesem konkreten Fall zurück.

Die Entscheidung zwingt Meta, 30 Millionen Euro für die bisherige Netznutzung zu zahlen, und stärkt die rechtliche Position der Telekommunikationsanbieter, die Beiträge von Technologieunternehmen einfordern. Zwar gibt es noch kein EU-weites Zahlungssystem, doch der Fall erhöht den Druck für umfassendere Verhandlungen über die Finanzierung der Infrastruktur.