Gewalt gegen Justizvollzugsbeamte in NRW: 114 Verletzte trotz Rückgang der Angriffe
Wenke KranzFast 900 Fehltage nach gewaltsamen Vorfällen in NRW-Gefängnissen - Gewalt gegen Justizvollzugsbeamte in NRW: 114 Verletzte trotz Rückgang der Angriffe
Neue Zahlen offenbaren eine besorgniserregende Entwicklung in den Gefängnissen Nordrhein-Westfalens. Im Jahr 2025 wurden bei 112 Übergriffen auf Justizvollzugsbeamte 114 Mitarbeiter verletzt. Zwar bleiben Angriffe häufig, doch die Zahl der verletzten Bediensteten sank im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent.
Die vom NRW-Justizminister Benjamin Limbach vorgelegten Daten zeigen, dass nicht alle Attacken zu Verletzungen führten. Jeder fünfte Angriff konnte verhindert oder immernoch abgemildert werden, bevor es zu Schäden kam. Von den 112 dokumentierten Vorfällen führten 13 Prozent zu offiziellen Anklagen – ein Wert, der dem des Jahres 2023 entspricht. Verurteilungen blieben jedoch selten: Nur in 2 Prozent der Fälle endete das Verfahren mit einem Schuldspruch.
Die meisten Verletzungen waren leicht, etwa Prellungen oder Schürfwunden, die ambulant behandelt werden konnten. Zwei Beamte erlitten jedoch schwere Verletzungen und mussten stationär im Krankenhaus versorgt werden. Die Angriffe hatten zudem weitere Folgen: Sie verursachten insgesamt 870 Krankheitstage im gesamten Personalstab.
Die Staatsanwaltschaft prüft noch 75 Prozent der Vorfälle des vergangenen Jahres. Weitere 6 Prozent der Ermittlungen wurden komplett eingestellt – ein Muster, das sich auch in den Vorjahren zeigte, als viele Verfahren nicht vorankamen.
Der Bericht unterstreicht die anhaltenden Risiken für das Gefängnispersonal, trotz des leichten Rückgangs der Verletzungen. Da die meisten Fälle noch geprüft werden, bleiben die rechtlichen Konsequenzen ungewiss. Die Zahlen verdeutlichen zudem die körperlichen und betrieblichen Belastungen, die Übergriffe auf Justizvollzugsbeamte mit sich bringen.






