26 April 2026, 10:31

Interreligiöser Dialog in Aachen sucht Brücken zwischen Judentum, Christentum und Islam

Eine historische Landkarte von Mitteleuropa aus dem Jahr 1618, die die religiöse Landschaft der Region mit detaillierten Textanmerkungen darstellt.

Interreligiöser Dialog in Aachen sucht Brücken zwischen Judentum, Christentum und Islam

Fast 300 Menschen versammelten sich am 30. Oktober 2025 im Aachener Krönungssaal zu einem interreligiösen Dialog über die Rolle der Religion in Europa. Die Veranstaltung, Teil der Reihe Aachener Interreligiöser Dialog, brachte Führungspersönlichkeiten aus Judentum, Christentum und Islam zusammen, um über gemeinsame Werte und die wachsenden Spannungen in der Gesellschaft zu sprechen.

Der Abend begann mit einer Eröffnungsrede von Dr. Jürgen Linden, der Aachen als idealen Ort für solche Gespräche bezeichnete. Er verwies auf die lange Tradition der Stadt als Begegnungsstätte unterschiedlicher Kulturen und Glaubensrichtungen.

Als Erster sprach Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und betonte, dass die Kernwerte der drei abrahamitischen Religionen seit jeher die Demokratie stützten. Angesichts der heutigen polarisierten Welt sei es entscheidend, sich dieses gemeinsame Erbe zu vergegenwärtigen.

Es folgte Kardinal Reinhard Marx, der vor einer Instrumentalisierung von Religion als Mittel der Konfliktschürung warnte. Er rief die Anwesenden auf, Extremismus abzulehnen und stattdessen auf Einheit zu setzen.

Anschließend betrat der islamische Theologe Mouhanad Khorchide die Bühne und unterstrich die Idee einer gemeinsamen Grundlage. Er erinnerte das Publikum daran, dass Nächstenliebe und friedliches Zusammenleben im Zentrum aller drei Glaubensrichtungen stehen.

Trotz der optimistischen Botschaften äußerten alle Redner Sorgen über die zunehmende Entfremdung zwischen den Religionsgemeinschaften. Die von der Internationalen Karlspreis-Stiftung Aachen organisierte Veranstaltung stieß auf so großes Interesse, dass zusätzlich Stühle beschafft werden mussten, um allen Gästen Platz zu bieten.

Der Dialog in Aachen endete mit einem gemeinsamen Appell für mehr Verständigung zwischen den Religionen. Vertreter aus Judentum, Christentum und Islam waren sich einig, dass Brücken gebaut und die Zusammenarbeit gefördert werden müssen. Die hohe Teilnehmerzahl deutet auf ein starkes öffentliches Interesse an der Zukunft der Religion in Europa hin.

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