Jagdscheine im Kreis Herford: Warum Jäger jetzt länger auf ihre Lizenzen warten müssen
Wenke KranzJagdscheine im Kreis Herford: Warum Jäger jetzt länger auf ihre Lizenzen warten müssen
Jäger im Kreis Herford müssen künftig mit längeren Wartezeiten für die Verlängerung oder Neubeantragung von Jagdscheinen rechnen. Eine aktuelle Änderung im Bundesrecht hat zusätzliche Prüfungen eingeführt, die einen Prozess verlangsamen, der früher nur wenige Tage dauerte. Die zuständige Jagdbehörde des Kreises, die jährlich bis zu 500 Genehmigungen bearbeitet, muss nun strengere Auflagen erfüllen, bevor sie Lizenzen erteilt.
Noch vor zwei Jahren dauerte die Bearbeitung eines Jagdscheins im Kreis Herford bei vollständigen Unterlagen lediglich einige Tage. Doch seit dem 31. Oktober 2024 zwingt das Gesetz zur Verbesserung der inneren Sicherheit und des Asylsystems die Behörden zu umfassenderen Hintergrundüberprüfungen. Dazu gehören unter anderem die Überprüfung der Zuverlässigkeit der Antragsteller nach dem aktualisierten Waffengesetz und dem Bundesjagdgesetz.
Die neuen Regelungen verlangen zudem, dass die Jagdbehörde bei jedem Antrag die örtliche Polizei und das Zollfahndungsamt einbindet. Bei Personen, die in den letzten zehn Jahren aus einem anderen Bundesland nach Nordrhein-Westfalen gezogen sind, müssen die Beamten zusätzlich die vorherigen Wohnorte kontaktieren. Dieser zusätzliche Schritt hat die Bearbeitungszeiten deutlich verlängert.
Mit rund 2.400 lizenzierten Jägern im Kreis Herford sind viele von den Verzögerungen betroffen. Der Kreis rät Antragstellern, ihre Verlängerungsanträge frühzeitig – ab dem 1. Dezember 2025 – für Jagdscheine einzureichen, die am 31. März 2026 auslaufen. Sämtliche Anträge müssen über das Online-Serviceportal des Kreises unter dem Menüpunkt "Öffentliche Ordnung und Einbürgerung" eingereicht werden.
Die verschärften Kontrollen bedeuten, dass Jäger künftig mehr Vorlaufzeit für die Verlängerung ihrer Jagdscheine einplanen müssen. Zwar hat der Kreis noch keine Zahlen veröffentlicht, wie viele Lizenzen seit Einführung des neuen Systems ausgestellt oder verlängert wurden, doch der langsamere Prozess ist bereits Realität. Antragsteller müssen die zusätzliche Bearbeitungszeit bei der Einreichung ihrer Unterlagen berücksichtigen.






