Jürgen Thebrath – ein Leben für den investigativen Journalismus ist zu Ende gegangen
Irena RohtTrauer um TV-Journalist Jürgen Thebrath - Jürgen Thebrath – ein Leben für den investigativen Journalismus ist zu Ende gegangen
Jürgen Thebrath, ein angesehener investigativer Journalist und zweifacher Preisträger des renommierten Grimme-Preises, ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Sein Tod am 10. November wurde vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) bestätigt, wo er den Großteil seiner Karriere verbrachte.
Thebrath prägte ab den 1980er-Jahren die deutsche Medienlandschaft maßgeblich – zunächst als Redakteur des investigativen ARD-Magazins Monitor. Zwischen 1985 und 1991 erwarb er sich mit seiner akribischen Berichterstattung breite Anerkennung. Einer seiner einflussreichsten Beiträge gelang ihm 1987, als er die Verunreinigung von frischem Hering mit Wurmlarven aufdeckte. Die Enthüllung führte zu einem drastischen Rückgang des Fischkonsums in Westdeutschland und veranlasste die Politik, die Hygienevorschriften für die Fischereiindustrie zu verschärfen.
Neben seiner Arbeit im Inland übernahm Thebrath auch internationale Führungsaufgaben: Er leitete die ARD-Auslandsstudios in New York und Brüssel und festigte so seinen Einfluss im internationalen Journalismus. Später wirkte er als stellvertretender Chefredakteur für das Fernsehprogramm des WDR, bis er sich 2011 in den Ruhestand verabschiedete.
Kollegen erinnerten sich an ihn als unermüdlichen Wahrheitsucher. Jörg Schönenborn, Programmdirektor des WDR, beschrieb Thebrath als einen Journalisten, der von einem tiefen Engagement für die Kontrolle der Mächtigen angetrieben wurde. Seine Arbeit zeichnete sich durch minutiöse Recherche, eine faire Darstellung der Fakten und scharfsinnige, überzeugende Argumente aus.
Thebrath hinterlässt ein Erbe des hartnäckigen Journalismus, das öffentliche Politik und Medienstandards nachhaltig veränderte. Besonders seine Herings-Reportage von 1987 zeigte, wie gründliche Recherche konkrete Veränderungen bewirken kann. Die Branche wird ihn als einen Journalisten in Erinnerung behalten, der Präzision mit einem unerschütterlichen Einsatz für Verantwortung verband.






