17 February 2026, 03:02

Kirchen in Essen bieten erstmals kostenlose christliche Tätowierungen an

Eine detaillierte Zeichnung eines Kirchenaltars mit einem Kreuz darauf, mit kunstvollen Verzierungen auf einem Blatt Papier.

Kirchen in Essen bieten erstmals kostenlose christliche Tätowierungen an

Ein einzigartiges Ereignis findet diese Woche in Essen statt: Zwei Kirchen bieten gemeinsam kostenlose christliche Tätowierungen an. Die Aktion "Nah bei Gott" vereint katholische und evangelische Gemeinden zur ersten ökumenischen "Tattoo-Aktionswoche". Die Veranstalter betonen, dass das Projekt Glauben mit modernen Formen der Selbstexpression auf ungewöhnliche Weise verbinden soll.

Initiiert wurde die Aktion von Dirk Bußler von der Essener "Zukunftswerkstatt", der einen Raum schaffen wollte, in dem traditionelle Überzeugungen auf zeitgenössische Kultur treffen. Pfarrer Jan Vicari und Domvikar Bernd Wolharn vom Bistum Essen geben zu, dass Tätowierungen für die Kirche nach wie vor Neuland sind – doch sie erkennen Potenzial in der Idee.

Alle 30 verfügbaren Termine waren innerhalb weniger Tage vergeben, ein Zeichen für das große Interesse. Unter den Teilnehmenden ist der 20-jährige Ole Fritz, der extra aus der Emsland-Region anreiste, um sich ein Kreuz auf den Unterarm stechen zu lassen. Für ihn spiele der Glaube in seiner Familie eine zentrale Rolle. Die 53-jährige Krebsüberlebende Werena Siemund-Stais entschied sich für ein individuelles Design, das ihre Stärke und Genesung symbolisiert. Auch ihr Mann ließ sich tätowieren; beide ließen ihre neuen Motive von Pfarrer Vicari segnen.

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Die Tätowiererin Yvonne Karbach stellte ihre Fähigkeiten ehrenamtlich zur Verfügung und beschreibt die Aktion als sinnstiftender als ihre übliche Arbeit im Studio. Das Projekt bietet 30 vorgewählte christliche Entwürfe an – eine Ausnahme wurde für Siemund-Stais' persönliches Symbol gemacht. Die Reaktionen im Netz sind gespalten: Einige loben die Initiative, andere hinterfragen ihre religiöse Bedeutung.

Solche Veranstaltungen scheinen selten zu sein; Anfang 2026 gibt es keine verlässlichen Daten zu ähnlichen kirchengetragenen Tattoo-Aktionen in Deutschland.

Die "Nah bei Gott"-Kampagne hat sowohl Neugier als auch Diskussionen ausgelöst und war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Teilnehmer wie Fritz und Siemund-Stais zeigen, wie persönlich Glauben mit Tätowierungen verbunden sein kann. Zwar handelt es sich vorerst um ein einmaliges Projekt, doch für die Organisatoren und Ehrenamtlichen ist es ein Weg, moderne Ausdrucksformen von Spiritualität zu erkunden.