Kölner Dom führt 2024 Eintrittsgeld ein – Proteste gegen den historischen Bruch
Wenke KranzEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für den Kölner Dom - Kölner Dom führt 2024 Eintrittsgeld ein – Proteste gegen den historischen Bruch
Kölner Dom soll noch in diesem Jahr Eintrittsgeld einführen
Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, plant noch für dieses Jahr die Einführung eines Eintrittsgelds. Der Schritt hat heftigen Widerstand ausgelöst: Petitionen sammelten bereits über 100.000 Unterschriften, und aus der Bevölkerung gibt es massive Kritik. Auch Fachleute und ehemalige Verantwortliche äußern Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Zugänglichkeit und die kulturelle Bedeutung des Wahrzeichens.
Die Kathedrale, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden und die jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, stand seit jeher für offenen Zugang. Die Behörden kündigten die Gebührenpläne Mitte 2026 an – nach jahrelangen Debatten über steigende Instandhaltungskosten.
Kritik von Expertenseite: "Sehr problematisch" Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, übt scharfe Kritik am Vorhaben. Zwar erkenne sie den Bedarf nach zusätzlichen Finanzmitteln an, warnt jedoch, dass Eintrittsgelder die Bedeutung des Bauwerks für die Stadt untergraben könnten. Aus ihrer Sicht sei der Dom ein "missionarisches Angebot der Kirche", das alle Menschen willkommen heißen solle.
Schock-Werner betont zudem, dass die Gebühr Besucher abschrecken und den Charakter der Kathedrale verändern könnte. Die Idee sei "sehr problematisch", da sie den Zugang auf diejenigen beschränken könnte, die es sich leisten können. Ähnliche Proteste gab es in den vergangenen Jahren bereits, etwa 2024 gegen geplante Eintrittsgelder am Lübecker Holstentor oder 2023 bei einem Pilotprojekt in Köln selbst.
Befürworter verweisen auf Sanierungskosten – doch die Stimmung bleibt ablehnend Trotz des Widerstands argumentieren einige Unterstützer, dass die Einnahmen dringend notwendige Erhaltungsmaßnahmen finanzieren könnten. Doch die Mehrheit der öffentlichen Reaktionen fällt negativ aus: Viele bestehen darauf, dass kulturelle Wahrzeichen kostenfrei zugänglich bleiben müssen.
Die Einführung des Eintrittsgelds ist für die zweite Jahreshälfte geplant. Sollte der Plan umgesetzt werden, markierte dies einen tiefgreifenden Wandel für einen Ort, der seit Jahrhunderten als freier öffentlicher Raum steht. Die Entscheidung folgt zwar jahrelangem finanziellen Druck, stößt aber weiterhin auf Ablehnung – sowohl in der Bevölkerung als auch bei Denkmalschützern.