Louis Klamroths polarisierender Stil bei "hart aber fair" – warum die ARD trotzdem an ihm festhält
Sven BinnerLouis Klamroths polarisierender Stil bei "hart aber fair" – warum die ARD trotzdem an ihm festhält
Louis Klamroths Rolle als Moderator von "hart aber fair" hat in den letzten Jahren spürbare Veränderungen durchlaufen. Der für seinen scharfen Fragestil bekannte Journalist steht wegen seiner Gesprächsführung zunehmend in der Kritik. Dennoch hält die ARD weiterhin an ihm fest – trotz interner Herausforderungen und veränderter Produktionspläne.
Klamroth übernahm die Sendung 2023 von dem langjährigen Moderator Frank Plasberg. Sein Stil ist oft von konfrontativen Fragen geprägt, bei denen er komplexe Themen auf einfache Ja-oder-Nein-Entscheidungen reduziert. Diese anklägerische Haltung stößt auf geteilte Reaktionen; systematische Zuschauervergleiche mit Plasbergs Ära fehlen jedoch.
Seine Schwierigkeiten, hitzige Diskussionen zu steuern, sind offenkundig. So blieb etwa Kanzleramtsminister Thorsten Frei gelassen, nachdem Klamroth ihn während einer kontroversen Debatte über Sozialreformen unterbrochen hatte. Kritiker werfen dem Moderator vor, Gäste häufig genau dann abzuschneiden, wenn Gespräche an entscheidenden Punkten wären.
Trotz dieser Vorbehalte hat die ARD ihn nicht ersetzt. Die Entscheidung des Senders deutet darauf hin, dass es an alternativen Moderatoren im eigenen Haus mangelt. Klamroths Produktionsfirma Florida Factual erhielt zwar kleinere Aufträge für Online-Formate – von manchen als Trostpflaster für reduzierte Verantwortung gesehen.
2024 moderierte er noch 30 Folgen der Sendung. Doch die ARD kürzte die Zahl für 2025 und 2026 auf jeweils 15 Folgen pro Jahr. Gerade in seinen gelungensten Ausgaben traten oft unerfahrene Gäste auf, deren frische Perspektiven seinen konfrontativen Stil gelegentlich ausglichen.
Klamroths Zukunft bei "hart aber fair" bleibt vorerst an die weitere Unterstützung der ARD geknüpft – trotz seiner polarisierenden Moderation. Die reduzierte Folgenzahl spiegelt veränderte Prioritäten wider, während die Nebenaufträge für seine Firma auf eine Neuausrichtung hindeuten. Die Sendung läuft vorerst unter seiner Leitung weiter, wenn auch mit weniger Präsenz pro Jahr.






