25 March 2026, 14:36

Männerkongress in Berlin: Streit um Männlichkeit und Pressefreiheit entbrennt

Plakat der Berliner Secession mit einer Frau in einem grünen Kleid und einem Mann in einem schwarzen Anzug, mit Text, der das Ereignis beschreibt.

Männerkongress in Berlin: Streit um Männlichkeit und Pressefreiheit entbrennt

Pro-feministischer Männerkongress in Berlin: Debatten über Männlichkeit und Pressefreiheit

Am vergangenen Wochenende fand im Berliner Mehringhof in Kreuzberg ein pro-feministischer Männerkongress statt. Auf dem Programm standen Themen wie wandelnde Männlichkeitsbilder, kritische Männergruppen und die Frage, inwiefern traditionelle Männerrollen "zurückerobert" werden sollten. Doch die Veranstaltung wurde von Spannungen überschattet, als sich die Organisatoren mit berichtenden Journalisten anlegten.

Im Mittelpunkt des Kongresses stand ein Kompaktkurs zur Kritik an Männlichkeit, geleitet von Prof. Dr. Mart Busche – in deren akademischem Titel ein "x" ihre nicht-binäre Identität widerspiegelt. Diskutiert wurde, wie sich Männlichkeit im Laufe der Zeit verändert hat und welche Rolle Männer in feministischen Bewegungen einnehmen (sollten).

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Ein Streitpunkt war die Pressefreiheit: Die Organisatoren weigerten sich, ihre Namen preiszugeben, und versuchten, die Berichterstattung von unserer Redaktion zu unterbinden. Ein Teilnehmer kritisierte dieses Vorgehen mit den Worten: "Dass die Veranstalter eines Männerkongresses eine feministische Journalistin vergraulen, zeigt, wie viel Arbeit noch vor uns liegt." Ein anderer sah kritische Berichte hingegen als notwendig an und erklärte: "Ich empfindet Berichterstattung als Geschenk – gerade dann, wenn sie kritisch ist. Nur so können sich Diskurse weiterentwickeln."

Die restriktive Haltung der Organisatoren gegenüber der Presse löste Vorwürfe des Autoritarismus aus. Einige Teilnehmer zeigten sich frustriert über die Einschränkungen und betonten, dass Offenheit die Voraussetzung für sinnvolle Debatten sei. Trotz der Versuche, die Berichterstattung einzuschränken, ermöglichte das deutsche Presserecht eine unabhängige Berichterstattung.

Kurz angesprochen wurde das österreichische Bildungsprojekt "Caring Masculinities for Kids", das im Programmkatalog für 2026 aufgeführt ist. Breiter angelegte Diskussionen über die Geschichte kritischer Männerarbeit seit den 1970er-Jahren oder deren Zusammenarbeit mit feministischen Gruppen fehlten auf dem Kongress jedoch.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie kontrovers die Debatten um Männlichkeit und den Zugang für Medien nach wie vor sind. Während einige Teilnehmer kritische Berichterstattung begrüßten, sorgten die Versuche der Organisatoren, die Presse zu kontrollieren, für Aufsehen. Der Kongress zeigte damit sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen bei der Auseinandersetzung mit der Rolle von Männern in feministischen Bewegungen.

Quelle