Münsters Innenstadt im Umbruch: Streit um Fußgängerzone und Leerstand
Nikolaus SchleichMünsters Innenstadt im Umbruch: Streit um Fußgängerzone und Leerstand
Treffen in Münster: Wirtschaft und Politik diskutieren Zukunft der Innenstadt
Bei einem kürzlichen Treffen in Münster kamen Unternehmer und Politiker zusammen, um über die Zukunft des Stadtzentrums zu beraten. Die unter dem Motto „Wirtschaft trifft Politik“ stehende Veranstaltung konzentrierte sich auf Grundsteuern und einen umstrittenen Plan, einen Abschnitt der Wilhelm-Bockelmann-Straße zur Fußgängerzone umzuwandeln. Spannungen entstanden, als lokale Händler den Vorschlag ablehnten – sie argumentierten, dass dies keine zusätzlichen Kunden anlocken werde.
Die Aktionsgemeinschaft Münster (AGM) hatte die Zusammenkunft organisiert, bei der die Sorge um leerstehende Läden im Mittelpunkt stand. Wernhard Helms präsentierte eine Reihe von Fotos, die die vielen ungenutzten Geschäfte entlang der Wilhelm-Bockelmann-Straße zeigten und damit die Schwierigkeiten verdeutlichten, Käufer in das Viertel zu ziehen. Maria Plaschka, Vorsitzende der AGM, räumte zwar die knappen Haushaltsmittel der Stadt ein, betonte aber, dass neue Ideen nötig seien, um das Gebiet wiederzubeleben.
Die SPD-Fraktion hatte vorgeschlagen, einen Abschnitt der Straße für Autos zu sperren, um den Fußgängerverkehr zu fördern und Cafés zu unterstützen. Händler wiesen den Plan jedoch zurück mit der Begründung, er werde nicht zu mehr Kunden führen. Marco Tews, Vertreter der SPD, kündigte später an, den Antrag zurückzuziehen, um weitere Konflikte mit den Gewerbetreibenden zu vermeiden.
Plaschka kritisierte den Vorschlag als unausgereift und monierte, dass wichtige Beteiligte nicht einbezogen worden seien. Trotz der Meinungsverschiedenheiten sah sie auch Positive in der Veranstaltung: Sie habe den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik wieder in Gang gebracht. Die AGM brachte zudem einen neuen Vorschlag ein – einen Fonds, der Existenzgründern die Miete für die ersten Monate übernimmt.
Der Plan für die Fußgängerzone ist zwar vom Tisch, doch die Diskussionen über die Belebung der Münsterschen Innenstadt gehen weiter. Die Idee der Mietzuschüsse bleibt eine Option und könnte neuen Einzelhändlern unter die Arme greifen. Einig sind sich beide Seiten darin, dass nur eine enge Zusammenarbeit die Herausforderungen des Viertels bewältigen kann.






