Museum Moyland befreit seine Joseph-Beuy-Sammlung von allen Beschränkungen
Sven BinnerEndlich frei: Moyland kann Beuys-Sammlung vollständig nutzen - Museum Moyland befreit seine Joseph-Beuy-Sammlung von allen Beschränkungen
Museum Moyland erhält uneingeschränkten Zugang zu seiner umfangreichen Joseph-Beuys-Sammlung
Nach einer langjährigen Vereinbarung mit dem Nachlass des Künstlers hat das Museum Moyland die volle Nutzung seiner umfangreichen Joseph-Beuys-Sammlung gesichert. Der Deal, der mit Unterstützung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ausgehandelt wurde, hebt frühere Beschränkungen für Ausstellungen, Forschung und Reproduktionen auf.
Jahrzehntelang unterlag das Museum strengen Auflagen für seine Beuys-Bestände, die für jedes Projekt eine gesonderte Genehmigung erforderten. Immer wieder kam es zu Streitigkeiten, etwa über Fotos von Beuys' Performance "Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet" aus dem Jahr 1964. Nun darf das Moyland die Werke frei reproduzieren, veröffentlichen, verleihen und vermarkten – sogar Merchandise-Artikel damit vertreiben.
Die Sammlung selbst ist gewaltig: Sie umfasst 6.000 frühe Werke, 50.000 Aktionsfotografien und 250.000 Archivdokumente. Das Land Nordrhein-Westfalen zahlte für die Nutzungsrechte 3,25 Millionen Euro, wobei Kulturministerin Ina Brandes die Verhandlungen führte. Die Wende ist das Ergebnis jahrelanger schrittweiser Verbesserungen – von erweiterten Öffnungszeiten und kostenlosen Eintrittstagen bis hin zu digitalen Aufwertungen wie einem Online-Katalog und virtuellen Rundgängen, die um 2020 eingeführt wurden.
Bereits in Planung sind große Ausstellungen, darunter eine Schau 2027 in Hamburg und ein Biennale-Projekt in Venedig. Vor allem Forscher und Besucher profitieren von der Neuregelung: Sie erhalten uneingeschränkten Zugang zu Beuys' frühen Werken sowie eine voll durchsuchbare Online-Datenbank.
Die Vereinbarung markiert einen Wendepunkt für das Museum Moyland und beendet Jahre bürokratischer Hürden. Wissenschaftler können die Sammlung nun systematisch erforschen, während die Öffentlichkeit breiteren Zugang zu einem der einflussreichsten Künstler Deutschlands erhält. Die Investition von 3,25 Millionen Euro sichert, dass die Werke durch Ausstellungen und digitale Plattformen ein größeres Publikum erreichen.






